Boxen National
Weltmeister Brähmer: "Lasse mich nicht abzocken"

Box-Weltmeister Jürgen Brähmer spricht im Interview mit dem SID über seine Titelverteidigung in Kasachstan und seinen Kampf vor Gericht: "Ich lasse mich nicht so abzocken".

Wenn seine Familie demnächst mit Weihnachtsgans und Klößen die Feiertage zelebriert, steht Profiboxer Jürgen Brähmer im Gym. "Ich trainiere, das ist ein ganz guter Grund, die Feiern abzusagen", sagt der Cruisergewichts-Weltmeister, "da habe ich sowieso nicht so viel Lust drauf." Am 8. Januar wird der WBO-Champion in Kasachstan zur Titelvereinigung gegen den einheimischen WBA-Titelträger Beibut Schumenow antreten. "Eine Titelvereinigung ist für ganz Deutschland eine Ehre", sagt der 32-Jährige, "ich freue mich riesig darauf."

"Jürgen Brähmer, sie kämpfen am 8. Januar in Kasachstan gegen WBA-Champion Beibut Schumenow um eine Titelvereinigung. Warum findet dieser Kampf im Ausland statt?"

Brähmer: "Leider haben wir den Kampf nicht nach Deutschland gekriegt. Das Interesse der TV-Sender am Boxen ist grundsätzlich da. Das Problem ist, sie wollen Weltklasse-Sport, aber die Sportler wie Amateure bezahlen. Das Geld fehlt an allen Ecken und Kanten, fahren wir also nach Kasachstan. Da ist eine Weltklassebezahlung."

"Nach dem Kampf im Ring steht für sie im Frühjahr in einer Berufungsverhandlung der Kampf vor Gericht an. Sie sind vor dem Amtsgericht im Januar zu 16 Monaten Haft wegen Beleidigung und Körperverletzung verurteilt worden..."

Brähmer: "Ich freue mich schon auf das Landgericht. Das muss alles noch einmal aufrollen. Da werden einige Sachen zu Tage kommen, die noch nicht bekannt sind. Wir haben auch private Nachforschungen über das Vorleben des angeblichen Opfers angestellt. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Da ist viel zusammengekommen. Ich lasse mich nicht so abzocken."

"Das kostet Sie doch alles sicherlich eine Menge Geld?"

Brähmer: "Jemand, der weniger verdient als ich, kann sich das alles gar nicht leisten. Wenn man sich vorstellt, wie abhängig man von der Justiz ist. Irgendeiner behauptet einfach irgendwas. Der Kachelmann ist doch jetzt erledigt, beruflich. Auch wenn sie ihn freisprechen. Jetzt musste er schon seine Wohnung auf Hiddensee verkaufen."

"Haben Sie nach dem Auslaufen des TV-Vertrages von Universum mit dem ZDF mal daran gedacht, den Stall zu verlassen wie ihr ehemaliger Kollege Felix Sturm?"

Brähmer: "Ich bin mit Universum durch dick und dünn gegangen. Ich fühle mich auch ein wenig verpflichtet. Universum hat immer zu mir gehalten. Im Prozess und bei Niederlagen. Man hat Angebote von außerhalb. Aber ich habe nie in Betracht gezogen, Universum zu verlassen, wie es Felix Sturm getan hat. Dessen eigene Vermarktung hat sich doch bisher finanziell gar nicht gerechnet. Wahrscheinlich bereut er inzwischen insgeheim schon seinen Schritt."

© SID

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