Boxen National
Weltmeister-Coach Sdunek wird heute 60

Heute feiert Box-Trainer Fritz Sdunek seinen 60. Geburtstag. Der Mecklenburger machte unter anderem Dariusz Michalczewski, die Klitschko-Brüder und Zsolt Erdei zu Weltmeistern. Angefangen hat alles in der damaligen DDR.

Er hat insgesamt zehn Profi-Boxer zum WM-Titel geführt, darunter so namhafte wie Witali und Wladimir Klitschko, Zsolt Erdei und "Tiger" Dariusz Michalczewski - die Rede ist von Fritz Sdunek. Einer der bekanntesten deutschen Box-Trainer feiert heute seinen 60. Geburtstag. Seit 1994 arbeitet der gebürtige Mecklenburger arbeitet als Cheftrainer der Universum Box-Promotion in Hamburg. Wegen einer schweren Erkrankung hat der Jubilar allerdings alle geplanten Festlichkeiten abgesagt. "Ich feiere lieber mit meiner Familie allein", sagte der Erfolgscoach, an dessen Lippe vor einigen Wochen ein bösartiges Geschwür festgestellt worden war.

Sdunek ist ausgebildeter Ingenieur für Landmaschinentechnik, begann seine Trainerkarriere nach einem Studium zum Diplom-Sportlehrer, das er 1972 an der Dhfk Leipzig, Außenstelle Rostock, abschloss. Als Kämpfer wurde er Studentenmeister der DDR, bevor ihn eine Handverletzung zur Aufgabe der Karriere zwang. Als Trainer war er dafür schon in der DDR umso erfolgreicher. Fünf Weltmeistertitel und fünf Olympiamedaillen holten seine Schützlinge unter anderem in den Jahren vor der Wende.

Bewegte Karriere

Anschließend arbeitete Sdunek zunächst als Trainer der holländischen Nationalmannschaft und war von 1990 bis 1994 Cheftrainer des Amateurvereins Bayer Leverkusen, wo er bereits Michalczewski unter seinen Fittichen hatte. 1994 folgte er schließlich dem Deutsch-Polen ins Profi-Universum zu Manager Klaus-Peter Kohl nach Hamburg.

"Ich habe dem Sportsystem in der DDR viel zu verdanken", sagt Sdunek. Von der systematischen Ausbildung und dem Prinzip, nur nach einem festen Konzept zu arbeiten, profitierte er auch bei seiner Arbeit mit den Berufsboxern. Auf Wochen genau legt er in seinen Trainingsplänen fest, was, wann wo getan werden muss. Jeder einzelne Tagesablauf einer Kampfvorbereitung ist bereits lange vorher in einer Kladde niedergeschrieben.

Disziplinlosigkeiten duldet er bei seinen Kämpfern nicht, dennoch hat nie die menschliche Wärme gefehlt. "Ich bin Schleifer und Seelentröster in einem", sagte er einmal, "du solltest wissen, ob deine Schützlinge gut geschlafen haben, was sie in ihrer Freizeit tun oder ob sie Liebeskummer haben." In seinen ersten Jahren in Hamburg wohnte er im Gebäude des Universum-Gyms, Tür an Tür zum Trainingssaal. Die Boxer kamen da schon mal überraschend beim Essen vorbei, denn Sdunek hatte immer eine offene Tür.

© SID

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