Boxen WM
Abraham holt sich vakanten WM-Gürtel

Der Armenier Arthur Abraham ist neuer Weltmeister im Mittelgewicht nach IBF-Version. Der in Berlin lebende Profiboxer besiegte in Leipzig Kingsley Ikeke durch K.o. in der fünften Runde.

Arthur Abraham ist am Ziel: Mit einem gewaltigen linken Schwinger in Runde fünf ist der Deutsch-Armenier zum Weltmeister im Mittelgewicht aufgestiegen. Der Wahl-Berliner schickte in Leipzig den Nigerianer Kingsley Ikeke zum Kurzschlaf in den Ringstaub und sicherte sich damit den vakanten Gürtel des Weltverbandes IBF. "Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt. Zehn Jahre habe ich dafür gekämpft, dass der Traum vom Weltmeistertitel wahr wird", sagte Arthur Abraham nach dem eindrucksvollen 17. K.o.-Sieg im 19. Profikampf.

Favorit Ikeke schwer angeschlagen

Sekundenlang hockte der 25-Jährige, der seit zehn Jahren in Deutschland wohnt und kurz vor der Einbürgerung steht, weinend in der neutralen Ecke, während die Ecke des Gegners versuchte, den völlig benebelten Favoriten Ikeke (erste K.o.-Pleite im 25. Kampf) von der Horizontalen wenigstens auf den Ringhocker zu hieven.

"Jetzt werde ich feiern ohne Ende. In Leipzig, daheim in Berlin, dann in Armenien und Russland. Ich habe so viele Freunde", sagte Abraham. Promoter Wilfried Sauerland, der ob des zweiten aktuellen Weltmeisters in seinem Stall nach Markus Beyer schier aus dem Häuschen geriet, lächelte mit dem Wissen um den künftigen Geldregen milde: "Das geht schon in Ordnung. Der Arthur trinkt nicht, der raucht nicht, der hat nur gerne mal ein Mädchen. Und am 4. März ist er zurück."

Ruf als K.o.-König

Dann soll der neue Champion zum ersten Mal seinen Gürtel verteidigen und den Ruf als K.o.-König zementieren. "Der hat einen richtig guten Schlag", sagte Star-Trainer Freddie Roach am Ende stellvertretend für seinen sichtlich zerknitterten Schützling Ikeke. Der in Toronto lebende Nigerianer durfte wenigstens 400 000 Dollar Schmerzensgeld mitnehmen, während sich Underdog Abraham noch mit etwa einem Viertel davon bescheiden musste.

Nach dem von 4,89 Mill. ARD-Zuschauern verfolgten Auftritt von Leipzig (21,9 Prozent Marktanteil) wird das nicht so bleiben. Unmittelbar nach dem Kampf meldete sich bereits das Management von Doppel-Weltmeister Jermaine Taylor (WBC und WBA) per Telefon zwecks Gratulation und Angebot. "Die wollen gerne etwas zusammen in den USA machen", meinte Sauerland. "Aber wenn die das Video vom Kampf sehen, werden sie es nicht mehr so eilig haben."

© SID

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