Boxen WM
Abraham steigt mit neuem Image in den Ring

Als "König Arthur" wird Mittelgewichts-Boxer Arthur Abraham am Samstag gegen den Kolumbianer Edison Miranda in den Ring steigen. Zuvor hatte der Weltmeister wegen Lizenzrechten sein Schlumpf-Image ablegen müssen.

Nachdem "Schlumpfboxer" Arthur Abraham die Mütze der putzigen blauen Wesen ablegen musste, hat der Boxer nun eine Verwandlung zu "König Arthur" durchgemacht. Bei der heutigen Verteidigung seines IBF-Titels im Mittelgewicht (23.10 Uhr/live in der ARD) in Wetzlar gegen den Kolumbianer Edison Miranda präsentiert sich Abraham äußerlich runderneuert, nachdem die Lizenzinhaber der Schlümpfe befanden, dass der Boxer den Fabelwesen irgendwie nicht gerecht werde.

Also kommt der 26-Jährige als "King Arthur" in den Ring, in Anlehnung an den sagenhaften Keltenherrscher Artus. Passt auch besser zum Kämpfen und Abraham muss ja auch seinen "Heiligen Gral", den WM-Gürtel, gegen einen hungrigen Eroberer verteidigen, um weiter zu regieren. Der in 26 Kämpfen siegreiche Miranda ist Abrahams erster Pflichtherausforderer. Kein sorgfältig ausgesuchter Gegner, sondern ein gefährlicher Puncher, der 23-mal vorzeitig gesiegt hat. "Wo ist der Gürtel", tönte der 25-Jährige, "mach noch ein paar Erinnerungsfotos, denn du siehst ihn nie wieder."

Aktuell nur zwei deutsche Titelträger

Seit knapp einem Monat erst ist Abraham neben Markus Beyer der einzige deutsche Weltmeister. Ende August hat er in Berlin seinen deutschen Pass bekommen und musste dafür die armenische Staatsbürgerschaft ablegen. Noch steht Avetik Abrahamyan in den Papieren, aber der Antrag auf Namensänderung läuft. "Ich verdanke dem Land viel", sagt er, "wenn ich nicht hierher gekommen wäre, wäre ich nie Weltmeister geworden." Seit Anfang 2004 lebt er in Berlin, wo er mit seiner harten Rechten zu einer "Perle" im Stall von Promotor Wilfried Sauerland geworden ist.

Wegner kündigt K.o. an

"Arthur ist einmalig. Miranda hat noch nie solche Schlagkraft gespürt. Arthur wird ihn zerbrechen, er gewinnt durch K.o.!", kündigte Coach Ulli Wegner an. 17 seiner 21 Siege hat der Champion immerhin vorzeitig errungen und strahlte beim obligatorischen verbalen Schlagabtausch vor dem Kampf entsprechend Selbstvertrauen aus: "Ich sehe dich noch dreimal", erklärte er Miranda: "Beim Wiegen, im Ring und dann besuche ich dich im Krankenhaus."

Doch so einfach wird sich Miranda nicht wegputzen lassen. Er bringt eine Biographie mit, die dafür spricht, dass er seine große Chance um jeden Preis nutzen will. Von einer 14 Jahre alten Mutter geboren, weggegeben, bei einer Schaustellerfamilie aufgewachsen, mit neun Jahren abgehauen, bettelte, lebte von Essensresten aus Mülltonnen und begann mit 15 zu boxen. Nun steht er kurz davor, seine eigene, tatsächlich erlebte märchenhafte Geschichte vom "Bettelkind zum König" zu einem glücklichen Ende zu bringen.

© SID

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