Boxen WM
"Come back Axel" sucht nach Antworten

Heute ist es soweit: Schwergewichtler Axel Schulz startet in Halle seinen Comeback-Versuch (22.00 Uhr/live bei RTL). Es ist "die Nacht der Antworten". Sollte Schulz gewinnen, winken weitere lukrative Kämpfe.

Es könnte das Comeback des Jahres werden. Nach sieben Jahren steigt Schwergewichtler Axel Schulz heute wieder in den Ring (22.00 Uhr/live bei RTL) zur "Nacht der Antworten". Diese soll ihm der US-Amerikaner Brian Minto liefern. Doch bevor es für "Come back Axel" soweit ist, bestimmen Unsicherheiten das Bild: "Ich weiß selbst noch nicht, wie es ist, wenn ich in den Ring gehe", gibt Schulz offen zu.

Mit seinem untrüglichen Geschäftssinn hatte US-Promotor Don King Schulz im Dezember 2005 das Comeback vorgeschlagen. Der Gedanke war gelegt und verfestigte sich zum Plan. Anfang des Jahres informierte Schulz seinen Manager Wolfram Köhler. "Du bist ja nicht ganz dicht", habe er ihm geantwortet, erzählt Köhler. Aber Schulz meinte es ernst, vielleicht ernster als früher: "Ich wollte den Kampf für mich, das ist anders als damals, als ich oft musste."

Letzter Kampf vor sieben Jahren

Sechsmal insgesamt hatte er versucht, einen EM- oder WM-Titel zu gewinnen und war stets gescheitert. Nach der schweren Niederlage gegen Wladimir Klitschko im September 1999 trat er zurück. Er merkte, dass er mit der Weltklasse nicht mithalten konnte. Deshalb überwiegen bei den Experten die Zweifel am sportlichen Wert des Events im umgebauten Tennisstadion. "Axel war damals nicht Weltklasse, warum sollte er es nach sieben Jahren Pause sein?", fragt sich Meistertrainer Fritz Sdunek.

Schulz´ ehemaliger Promoter Wilfried Sauerland hat eine Zusammenarbeit abgelehnt. "Diese Geschichte hat nichts mit dem Sport, den ich veranstalte, zu tun", sagt der Berliner Promoter und schließt in seine Kritik auch die Rückkehr von Henry Maske am 31. März ein: "Wer so lange raus ist wie die zwei, kann nie und nimmer wieder an sein altes Leistungsvermögen anknüpfen." Seinem Cheftrainer Ulli Wegener hat er deshalb auch verboten, Schulz zu coachen.

Der bereitete sich statt dessen seit Februar in Florida mit dem US-Trainer Rick Conti vor. Körperlich ist Schulz offenbar sehr gut drauf. Gegen den Rat seines Trainers hat er auf Minto als Gegner bestanden, Nummer 26 auf der Computerrangliste, kein Topmann, aber keinesfalls Fallobst. "Der kommt für Axel zu früh", glaubt der Hamburger Chef des Universum-Stalls, Klaus Peter Kohl. Doch Schulz setzte sich durch, lehnte einen "Umfaller" als Aufbaugegner ab: "Ich will mich nicht selbst verarschen."

Sich selbst etwas beweisen hätte er theoretisch auch in einem x-beliebigen Gym gekonnt, ohne den ganzen Rummel. "Aber das wäre ja sinnlos gewesen", sagt der seit diesem Jahr verheiratete Familienvater. Deutschlands beliebtester Kappenträger weiß natürlich, dass bei seinem sportlichen Selbstversuch am Rande der Midlife-Krise das Geld quasi im Ring liegt.

"Wenn ich gewinne, boxe ich weiter"

Drei Mill. Euro soll er für den Kampf erhalten, zwei weitere Fights sind bei RTL bereits optioniert. "Wenn ich gewinne, boxe ich weiter, wenn nicht, höre ich auf", erklärt Schulz: "Das ist der Punkt." Diese Antwort wird also auf jeden Fall gegeben.

"Come back Axel" fordert der TV-Sender den populären Brandenburger deshalb auch auf. Mit seinem einstigen Quotenkönig sind auch die Kölner in Sachen Faustkampf wieder aktiv und hoffen auf mehr. Die Werbeinseln in den Ringpausen jedenfalls sind alle gebucht. 74 400 Euro kosten 30 Sekunden. "Wir haben eine sehr, sehr gute Auslastung", bestätigt Sprecher Matthias Bolhöfer.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%