Boxen WM
Der "weiße Tyson" fordert den "russischen Riesen"

Für Schwergewichts-Weltmeister Nikolai Walujew steht heute (22.40 Uhr) die bislang schwerste Prüfung seiner bisherigen Box-Karriere an. In Stuttgart trifft der 2,13m-Hüne auf den Usbeken Ruslan Tschagajew.

Der Größenunterschied ist beeindruckend, die Fähigkeiten von Schwergewichts-Weltmeister Nikolai Walujew (2,13m) und dem 28 Zentimeter kleineren Herausforderer Ruslan Tschagajew dürften jedoch um einiges enger beieinander. Der 28 Jahre alte Usbeke gilt als der bislang härteste Gegner für den "russischen Riesen" aus St. Petersburg, der bei der vierten Verteidigung seines WBA-Titels heute in Stuttgart (22.40 Uhr/live in der ARD) erstmals einem Pflichtherausforderer gegenübersteht.

Als "White Tyson" lässt sich Tschagajew verkaufen. Eine Anspielung allerdings allein auf seine gewaltige Schlagkraft, die ihm 17 seiner 22 Siege vorzeitig bescherte. Privat hat der in Hamburg trainierende Schwergewichtler aus dem Universum Boxstall nichts mit dem US-Skandalboxer zu tun, sondern ist beharrlich und fleißig seinen Weg gegangen, um sein großes Ziel zu erreichen: "Ich will Weltmeister werden. Nur das steht im Mittelpunkt für mich und mein Land Usbekistan!´ Im August erwartet seine Frau das zweite Kind, die Familie geht ihm über alles: "Ihr möchte ich den Titel widmen, wenn ich ihn gewinne."

Sparring gegen ein "halbes NBA-Team"

Mit Trainer Michael Timm, der unter anderem Felix Sturm und Wladimir Sidorenko zur Weltmeisterschaft führte, hat er sich in der Hansestadt insbesondere auf lange Gegner eingestellt. Timm stieg einige Mal auf eine Kiste, um Walujews Größe zu simulieren. "Wir hatten auch ein halbes NBA-Team im Sparring, Leute zwischen 2,00 und 2,13 Metern und bis 160 Kilo schwer", erzählte der Coach, "und keiner hat gegen Ruslan länger als zwei Runden durchgestanden." Angst jedenfalls vor der gewaltigen Biomasse, die da auf ihn zukommt, hat Tschagajew nicht. "Ruslan hat die nötige Ruhe, um nicht in Ehrfurcht zu erstarren, wie es Walujews Gegner häufig taten", sagt Universum-Chef Klaus-Peter Kohl.

Der Fight ist auch wieder einmal ein Kampf der beiden führenden deutschen Boxpromoter: Kohls Tschagajew gegen Sauerlands Walujew. Mit einem Erfolg von Tschagajew hätten Kohl und damit das ZDF erstmals seit dem Absprung der Klitschkos 2004 wieder ein Zugpferd in der Königsklasse. Der Berliner Sauerland teilt sich die Rechte an Walujew mit der amerikanischen Skandalnudel Don King, um einen Fuß in den US-Markt zu bekommen.

Der 75-Jährige führte in der schwäbischen Metropole bereits wieder fähnchenschwenkend und im bunten Sakko sein Verständnis von PR-Arbeit vor. "Das wird ein unglaubliches Duell, wir müssen uns auf einen Krieg vorbereiten", behauptete King, "Ruslan Tschagajew ist ein harter Puncher, ein guter Herausforderer, aber ich glaube an Nikolai - er ist das achte Weltwunder."

© SID

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