Boxen WM
Deutsche Power-Frauen boxen in Rostock um WM-Titel

Während Ina Menzer aus Mönchengladbach ihre WM-Titel im Federgewicht verteidigt, boxen die Hamburgerin Susi Kentikian und Julia Sahin aus Köln im Fliegengewicht um die WM-Krone.

----Samstag---Frauenpower zur Geisterstunde in Rostock. Am heutigen Samstag (22.00 Uhr/live im ZDF) verteidigt zunächst Ina Menzer (Mönchengladbach) im Federgewicht ihre Titel der Verbände WBC und Wibf gegen die Niederländerin Esther Schouten. Ab 0.10 Uhr steigt Susi Kentikian (Hamburg) gegen die ungeschlagene Ex-Weltmeisterin Julia Sahin (Köln) in den Ring. Dabei geht es um die Gürtel der WBA und Wibf im Fliegengewicht.

Weil der Weltverband WBO auch noch ein Stück vom Kuchen abhaben will, hat er flugs in beiden Kämpfen auch noch seinen WM-Titel zur Verfügung gestellt. Glitzergürtel gegen Sanktionsgebühr. Die Siegerinnen werden Mühe haben, die drei WM-Trophäen gleichzeitig dekorativ den Kameras zu präsentieren.

Zweite Auflage von Menzer vs. Schouten

Menzer gegen Schouten gab es bereits im Januar Düsseldorf. Damals gelang der 28 Jahre alten Deutschen nach zehn hochklassigen Runden ein Punktsieg. Der Kampf war Werbung für das Frauenboxen - logisch, dass er nun wiederholt wird. "Ich nehme die Gegnerin sehr ernst, aber ich überschätze sie auch nicht", sagte Menzer.

Schouten, die in Magdeburg trainiert, musste ihre Karriere wegen Lymphdrüsenkrebs vor drei Jahren unterbrechen und hat mit der Heilung ihren härtesten Kampf bereits gewonnen. "Ich bin jetzt wieder in der Weltspitze angekommen", sagte die 31-Jährige, "viele Leute wünschen sich, dass ich ihr auf die Fresse haue. Sie boxt ohne Risiko."

"Psychoterror" im Vorfeld

Zickenzoff als Ballyhoo. "Das ist Psychoterror", meinte Menzer, "ich dachte, Esther sei intelligenter." Doch Schouten spielte auf das Image der gebürtigen Kasachin an, die versucht, die Rolle als "First Lady" in deutschen Boxringen zu besetzen.

Ina Menzer tritt immer elegant auf. Sie hat in den letzten Monaten eine andauernde Präsenz in den Medien erreicht. Talkt im Fernsehen mit Bruder Paulus über Ethik und Moral, trainiert mit den Fußballern von Hansa Rostock und gibt Fitnesstipps in Magazinen.

Die kleine "Killer-Queen" Kentikian ist das Kontrastprogramm. Dunkel statt blond, Kraftpaketchen statt damenhafter Eleganz. Auch Susi hat ihre Fans, die ihr Hochgeschwindigkeitsboxen mögen. Die 22-Jährige ist in 25 Kämpfen ungeschlagen. Ihre Gegnerin hat aber in 20 Kämpfen auch noch nicht verloren. Die 35-jährige Deutsch-Türkin hatte sich vor einem Jahr im Streit von der Universum Box-Promotion getrennt und hat nun wohl die letzte Chance, wieder im Geschäft Fuß zu fassen.

© SID

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