Boxen WM
Firat Arslan plant doppelte Feier am Sonntag

In Hamburg verteidigt Firat Arslan seinen WBA-WM-Titel im Cruisergewicht gegen Pflichtherausforderer Guillermo Jones (Panama). Am Sonntag begeht Arslan seinen 38. Geburtstag.

Im Film "Unbreakable" spielt Bruce Willis einen Menschen, der körperlich nicht zu verletzen ist. Fiktion natürlich, cineastischer Quatsch. Profiboxer Firat Arslan aus Süßen allerdings erinnert durchaus an die Filmfigur David Dunn: Unzerstörbar, unbesiegbar. "Ich habe noch nie einen Körpertreffer gespürt", sagt der Deutsch-Türke.

Heute (23.00 Uhr/live im ZDF) verteidigt er in Hamburg seinen WM-Titel der WBA im Cruisergewicht gegen Pflichtherausforderer Guillermo Jones aus Panama. Wahrscheinlich wird er in seinen 38. Geburtstag am Sonntag hineinboxen und hofft so natürlich auf zwei Gründe zum Feiern.

"Ich habe Firat lange unterschätzt."

Arslans Karriere ist so unglaublich verlaufen wie eine Hollywood-Schmonzette. Gegen alle Wahrscheinlichkeit hat sich der technisch limitierte Selfmade-Mann zum WM-Titel durchgeboxt, den er am 24. November 2007 in Dresden gegen Auslaufmodell Virgil Hill gewann. Keine Unterstützung von interessierten Promotern ebnete ihm den Weg an die Spitze, nur Arbeit, Ehrgeiz und Härte gegen sich selbst. "Ich habe Firat lange unterschätzt", sagt Promoter Klaus-Peter Kohl.

So dauerte es bis zu seinem 37. Lebensjahr, ehe er seine erste WM-Chance bekam. Lange Zeit in seiner Karriere lief Arslan nur als Schattenmann seines besten Freundes Luan Krasniqi mit. Promoter unterstützten ihn nur, weil sie Krasniqi wollten. Der mehrmals gescheiterte Schwergewichtler aus Rottweil ist der technisch versiertere Boxer, sein "Bruder" aber ist der größere Kämpfer. Beide beweisen mit ihrer Geschichte die These, dass am Ende vor allem das Herz im Boxen entscheidet, nicht allein das Können.

Hinter einer Doppeldeckung verschanzt, marschiert Arslan im Ring unaufhörlich nach vorne. Oben ist er nicht zu treffen, Schläge auf den Körper machen ihm nichts aus - unbreakable. Mit seinem Bruder hat er als Kind Handkantenschläge auf die Rippen geübt. Große Shaolin-Krieger wollten sie werden, der Nebeneffekt hilft nun beim Boxen: "Ich habe mir damit die Angst vor Schlägen und das Schmerzempfinden abtrainiert", erzählt Arslan.

Gegen seinen auch schon 36 Jahre alten Gegner wird das helfen. Der Mittelamerikaner hat 27 seiner 35 Siege vorzeitig erzielt. Der Pflichtherausforderer wird wahrscheinlich versuchen, in den frühen Runden zu einem Erfolg zu kommen, gelingt das nicht, wird sich die unglaubliche Physis von Arslan durchsetzen. "Jones ist ein Topmann, aber ich habe mich noch vor niemanden gefürchtet", sagt Arslan, "mit einem Sieg werde ich mir reichlich Respekt verschaffen können."

Julia Sahin kämpft nicht

Der zweite geplante WM-Kampf in der Colorline Arena ist dagegen geplatzt. Julia Sahin darf ihren Titel im Juniorfliegengewicht gegen die Mexikanerin Esmeralda Morena nicht verteidigen. Am Dienstag war es zu einem Zerwürfnis zwischen der 34-Jährigen und ihrem Promoter gekommen. Einen ihr vorgelegten Auflösungsvertrag hat sie nach Informationen des Hamburger Abendblatts allerdings nicht unterschrieben und ihre Kampfbereitschaft erklärt. Alles sieht nun nach einem Kampf vor Gericht aus.

© SID

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