Boxen WM
Halmich brennt auf 50. Sieg

Rekordhalterin und Box-Weltmeisterin Regina Halmich kann heute gegen die Ungarin Viktoria Milo ihre einmalige Serie auf 50 Siege ausbauen. "Das Feuer brennt, der Siegeswille ist da", erklärte die 29-Jährige.

Mit ihrem 50. Sieg kann sich Profibox-Queen Regina Halmich auf die Jagd nach dem Uralt-Rekord von Joe Louis machen. Die Fliegengewichts-Weltmeisterin tritt heute Abend im Burg Wächter Castello in Düsseldorf (live im ZDF ab 22 Uhr) gegen die Ungarin Viktoria Milo an. "Das Feuer brennt, der Siegeswille ist da", erklärte Halmich im Vorfeld des Kampfes. Die 29-Jährige ist nun zehn Jahre und elf Monate Weltmeisterin, Louis war elf Jahre und 252 Tage (1937 bis 1949) Champion aller Klassen. Ihr ehemaliger Stallgefährte Dariusz Michalczewski (Halbschwergewicht) brachte es nur auf neun Jahre und einen Monat.

Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin aus Karlsruhe stellte Rekorde auf, die man bei den Männern trotz mittlerweile 17 Gewichtsklassen und vier anerkannten Weltverbänden nicht findet. So bestreitet Halmich ihren 42. WM-Kampf - beim starken Geschlecht hält diese Rekordmarke Julio Cesar Chavez mit 33.

Halmich hegt keine Gedanken an einen Rücktritt

Um auch die Bestmarke von Joe Louis zu knacken, müsste sie zunächst einmal ihre um acht Zentimeter größere "Wunschgegnerin" Milo, die 15 ihrer 20 Kämpfe gewann, besiegen. "Jubiläen sind trügerisch", sagte die Weltmeisterin, die sich deshalb akribisch wie immer vorbereitete. So sparrte sie mit Esther Schouten, gegen die Milo bereits einmal verloren hatte, und mit Weltmeisterin Alesia Graf.

Und Halmich müsste noch bis ins Jahr 2007 hinein boxen, obwohl sie mehrfach betont hatte, "mit 30 nicht mehr in den Ring" steigen zu wollen. Doch ihre unglaubliche Popularität in Deutschland scheint Gedanken an einen Rücktritt in den Hintergrund zu drängen. "Solange es den Leuten Spaß macht, mich zu sehen, macht es mir auch Spaß, zu boxen", meinte Halmich in diesen Tagen in Düsseldorf.

Zsolt Erdei steigt zur Titelverteidigung in den Ring

Den Fans macht es nach wie vor Spaß. Die letzten Fights der Ausnahme-Athletin verfolgten durchschnittlich sieben Mill. an den Bildschirmen. Damit hat Halmich einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, den Boxsport in der Nach-Maske/Schulz-Ära im Bewusstsein der Deutschen weiter zu etablieren. Deshalb will sie sich auch erst 2007 mit einer Zukunft nach dem Boxen ernsthaft beschäftigen.

Obwohl allgemein als absoluter Top-Mann anerkannt, steht deshalb auch der ungarische Halbschwergewichts-Weltmeister Zsolt Erdei im Schatten der blonden Karlsruherin. Der Nachfolger von Michalczewski auf dem WBO-Thron bestreitet am Samstag seine fünfte Titelverteidigung und will seine weiße Weste von 23 Siegen in 23 Profikämpfen gegen den Australier Paul Murdoch auf jeden Fall wahren. Erdei: "Ich darf nur keinen Blödsinn machen."

© SID

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