Boxen WM
Halmich verabschiedet sich mit Sieg

In ihrem letzten Kampf hat Regina Halmich ihren WM-Titel des Verbandes Wibf erfolgreich verteidigt und beendete ihre Karriere so erwartungsgemäß mit einem Sieg. Gegen Hagar Shmoulefeld Finer gewann Halmich nach Punkten.

Zum Abschluss ihrer einmaligen Boxkarriere hat Regina Halmich den erwarteten Erfolg verbuchen können. Die 31 Jahre alte Karlsruherin verteidigte unter dem Jubel von 7 500 Fans in ihrer Heimatstadt ihren WM-Titel des Verbandes Wibf im Federgewicht gegen Hagar Shmoulefeld Finer (Israel) erfolgreich und trat wie angekündigt anschließend vom Profisport zurück. Halmich bezwang ihre Gegnerin nach einem offenen Schlagabtausch nach zehn Runden nach Punkten. Sie feierte damit ihren 54. Sieg im 56. Kampf ihrer über 13 Jahre andauernden Laufbahn.

"Es war ein spannender Kampf und ein knappes Ergebnis. Ich aber aber verdient gewonnen, daher werde ich mich von meiner wundervollen Karriere zurückziehen", sagte Halmich, die mit ihrer Gegnerin allerdings deutlich mehr Mühe als erwartet hatte. Beide Kämpferinnen gingen von Beginn an in die Offensive. Am Ende landete Halmich aber nach mäßigem Beginn die größere Anzahl an klaren Treffern, auch wenn sie in der neunten Runde nach einer rechten Geraden der Israelin Wirkung zeigte. Der finnische Punktrichter wertete den Kampf daher unentschieden (95:95), der Franzose (97:94) und der Engländer (96:94) sahen Halmich knapp vorne.

Abschied als Weltmeisterin

Die nur 1,60 Meter kleine Blondine hat durch ihre Leistungen dem Frauenboxen in Deutschland zum Durchbruch verholfen. Die Kämpfe der Karlsruherin waren in den letzten sechs Jahren regelmäßig Quotenhits im ZDF. Bei ihrer Abschiedsgala übertrug der Sender erstmals einen Kampfabend an einem Freitagabend. Im Publikum wollten sich Prominente wie Baden-Würtembergs Ministerpräsident Günther Öttinger, Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, Schauspieler Martin Semmelrogge oder Ex-Weltmeister Dariusz Michalczewski Halmichs bewegenden Abschied nicht entgehen lassen.

"Ich trete nur als Weltmeisterin ab", hatte Halmich vor dem Fight angekündigt und sich damit eine Hintertür für den Fall einer Niederlage offen gelassen: "Ich brauche nicht zehn Jahre um zu wissen, dass ich mit einer Niederlage nicht aufhören kann", sagte sie in Anspielung auf Henry Maske, der im März zehn Jahre nach seinem Rücktritt ein Re-Match gegen seinen einstigen Bezwinger Virgil Hill bestritten hatte.

Entsprechend gewissenhaft hatte Halmich sich auf den letzten Kampf gegen ihre ehemalige Sparringspartnerin aus Israel vorbereitet. In den letzten Wochen hatte sie sich mit Coach Torsten Schmitz im Trainingslager in Berlin abgeschottet. "Für mich ist der Kampf das Wichtigste an diesem Abend", erklärte sie vor der Abschiedsgala, "ich habe mich optimal vorbereitet und völlig auf den Kampf fixiert."

"Großes für den Sport geleistet"

Halmich hatte ihren ersten Kampf als Profi am 4. März 1994 bestritten. Am 10. Juni 1995 wurde sie durch einen Punktsieg gegen Yvonne Trevino erstmals Weltmeisterin. Ihre einzige Niederlage kassierte sie bereits am 1. April 1995 in Las Vegas gegen Maria Rosa Tabbuso. "Sie hat Großes für das Frauenboxen geleistet", sagte ihr Promoter Klaus-Peter Kohl, "und war auch außerhalb des Rings stets ein Vorbild."

Im Rahmenprogramm verteidigte zuvor Alesia Graf ihren WM-Titel des Verbandes BGU im Junior-Bantamgewicht erfolgreich. Die in Weißrussland geborene Stuttgarterin besiegte am Freitagabend in Karlsruhe Herausforderin Esmeralda Moreno aus Mexiko nach zehn Runden. Das Urteil (97:93, 97:94, 98:92) war allerdings schmeichelhaft, die Zuschauer reagierten mit einem Pfeifkonzert auf die Entscheidung. Graf verbesserte damit ihren Kampfrekord auf 19 Siege in 20 Kämpfen.

© SID

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