Boxen WM
Haye fordert und verhöhnt Klitschko-Brüder

Die Dauerfehde zwischen David Haye und den Klitschko-Brüdern geht weiter. "Wenn sie noch lange warten, ist die Gelegenheit weg", fordert Haye die Brüder zum Kampf.

Der britische Box-Weltmeister David Haye hat in der Dauerfehde mit den Klitschko-Brüdern nachgelegt und gleichzeitig sein baldiges Karriereende angekündigt. "Mein Plan ist es, vor meinem 31. Geburtstag abzutreten. Bisher habe ich schon viel geschafft: Ich war der unumstrittene Weltmeister im Cruisergewicht - und das ist auch im Schwergewicht mein Ziel. Ich will gegen Witali oder Wladimir Klitschko boxen und die Gürtel vereinen", sagte der WBA-Champion der Sport Bild. Haye, der am 13. Oktober 2011 seinen 31. Geburtstag feiert, forderte die Klitschkos einmal mehr zum Duell.

"Wenn sie noch lange warten, ist die Gelegenheit weg. In einem Jahr höre ich auf. Sie müssen sich also beeilen", sagte Haye, der Kämpfe gegen seine ukrainischen Erzrivalen allerdings schon zweimal platzen ließ. Im Juni 2009 sollte er gegen IBF- und WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko in den Ring steigen, er trat wegen Rückenbeschwerden jedoch nicht an. Drei Monate später war ein Duell mit WBC-Champion Witali Klitschko geplant. Haye sagte aber kurz vor Unterzeichnung der Verträge ab.



"Wenn es Zeit für Verhandlungen ist, wo sind sie dann?"

Daraufhin war Wladimir Klitschko sogar mit einer öffentlichen Videobotschaft an Haye herangetreten und hatte diesen zum Kampf aufgefordert. Der Brite reagierte jedoch nicht und spottete nun sogar über die Offerte. "Man kann viel in solchen Botschaften sagen. Wie in diesem homoerotischen Video von Wladimir. Aber wenn es Zeit für Verhandlungen ist, wo sind sie dann?", meinte Haye: "Wenn sie den Kampf unbedingt wollen würden, dann wäre der schon passiert. Aber sie wollen lieber so viel Geld wie möglich herausquetschen. Das müssen sie ändern."

Auch Witali Klitschkos Punktsieg am vergangenen Wochenende in Hamburg gegen Shannon Briggs (USA), der sich nach zahlreichen harten Treffern weiter im Krankenhaus befindet und am Freitag wegen einer abgerissenen Bizepssehne am Arm operiert wird, beeindruckte Haye wenig. "Boxer wie Briggs sind am Ende. Die Klitschko-Brüder sind anscheinend glücklicher gegen alte, heruntergekommene Amerikaner zu boxen. Da kann ich nur lachen", meinte der 30-Jährige.

Briggs will noch nicht aufhören

Briggs will von seinem Ende als Boxer allerdings nichts wissen und kündigte noch im Krankenhaus seine Rückkehr in den Boxring an: "Ich werde zurückkommen. Ich liebe das Boxen und ich würde noch heute Abend kämpfen, wenn ich könnte", sagte der 38-jährige am Mittwoch in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Allein für seine Familie sei seine Niederlage gegen Klitschko schwer gewesen, "ich werde daher zunächst mit meiner Frau sprechen, bevor ich eine Entscheidung über meine Zukunft treffe."

Derweil warf Haye den Klitschkos vor, bei Verhandlungen über ein direktes Duell horrende Forderungen zu stellen."Wir boten ihnen an: Ihr behaltet das Geld von eurem TV-Sender RTL zu 100 Prozent, und ich bekomme die kompletten TV-Einnahmen in England. Der Rest des Geldes, das durch TV-Rechteverkauf und Ticketeinnahmen reinkommt, wird geteilt. Das lehnten sie ab", sagte Haye. Zudem würden die Klitschkos auf eine Klausel pochen, die ihnen im Falle einer Niederlage zusichern würde, wo und gegen wen der neue Weltmeister zu kämpfen habe.

Klitschko-Manager Bernd Bönte wies die Vorwürfe zurück: "Nicht wir sind gierig, sondern er. Im englischen Pay-per-View ist ungleich mehr Geld zu erzielen, als wir von unserem Partner RTL bekommen." Zudem habe man nie eine Option auf einen Rückkampf gefordert. "Fairer geht es nicht. Auf Hayes verrückte Forderungen können wir uns nicht einlassen. Dann wird es den Kampf eben nicht geben", sagte Bönte: "In Wirklichkeit ist Haye zu feige."

© SID

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