Boxen WM
Huck will WBO-Titel verteidigen

Mit breiter Brust steigt Box-Weltmeister Marco Huck am heutigen Samstagabend gegen Herausforderer Denis Lebedew in den Ring, um seinen WBO-Titel zu verteidigen.

Box-Weltmeister Marco Huck zeigt sich in Geberlaune, sein russischer Herausforderer Denis Lebedew braucht wohl Nehmerqualitäten: Schon vor dem Ringduell am heutigen Samstag in Berlin (22.15 Uhr/ARD) setzte der Champion den ersten Wirkungstreffer. Milde lächelnd überreichte er seinem Gegner einen Plastikgürtel und schickte eine unmissverständliche Botschaft hinterher. "Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Und Du sollst ja nicht mit leeren Händen nach Hause fahren", meinte Huck: "Der richtige Gürtel gehört mir. Den bekommst Du auf gar keinen Fall."

Gewohnt selbstbewusst geht der Bielefelder also in seine fünfte WBO-Titelverteidigung. Das scheint neben aller boxerischer Klasse auch nötig. In Lebedew wartet ein harter Brocken. 21 Kämpfe, 21 Siege stehen für den Osteuropäer zu Buche. 16-mal gewann er vorzeitig. "Das ist ein ganz starker Mann. Aber Marco ist als Persönlichkeit weiter gereift. Er wird den Ring als Sieger verlassen - wenn er unsere Taktik umsetzt", meint Trainer Ulli Wegner.

Lieber Säbel als Florett

Genau daran haperte es bei Huck in den vergangenen Kämpfen trotz aller Erfolge jedoch immer wieder. Der Weltmeister holt oftmals lieber den schweren Säbel als das Florett heraus. Wegner bringt das in der Ringecke regelmäßig zur Verzweiflung. "Wenn ich nur einfach zu führende Sportler hätte, würde ich zehn Jahre jünger aussehen. Ich muss Marcos Temperament schon im Training manchmal zügeln, aber das ist in Ordnung", meint der Coach, für den es im kommenden Kampf um mehr als nur um Hucks Sieg geht.

Schließlich hatte er vor rund drei Wochen die wohl bittersten Momente seiner Trainerlaufbahn erlebt. Sein Schützling Arthur Abraham war vom Briten Carl Froch zwölf Runden lang durch den Ring geprügelt worden. Vorbei war der Traum vom WM-Titel. "Das war das Schlimmste, was ich je erlebt habe und darf nie wieder passieren", meinte Wegner. Nach Abrahams Niederlage gilt nun Huck als das neue Zugpferd des Sauerland-Stalls. Verlieren ist für den 26-Jährigen heute folgerichtig verboten.

Wegner: "Es geht um meine Ehre"

"Es geht um meine Ehre", sagt Wegner: "Es ist für uns alle wichtig, dass Marco den Kampf gewinnt." Der angespannte Promoter Wilfried Sauerland erstickt jegliche Zweifel an einem Triumph von Huck im Keim. "Wir wissen um Lebedews Qualitäten. Das wird ein Duell auf Biegen und Brechen. Aber ich bin mir sicher, dass Marco auch diese schwierige Aufgabe meistern wird", meint der Manager.

Der Herausforderer präsentierte sich vor dem Kampf derweil als großer Schweiger. "Ich bin kein großer Redner und werde meine Kraft im Ring unter Beweis stellen", teilte der 31-Jährige mit: "Ich nehme den Titel mit nach Hause." Huck, der einen Kampfrekord von 30 Siegen (23 durch K.o.) und einer Niederlage aufweist, wird sich mit allen Mitteln wehren. Das schönste Weihnachtsgeschenk will er sich selbst machen. "Ich werde versuchen, intelligent und brutal zu kämpfen", verspricht der Weltmeister.

© SID

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