Boxen WM
K.o. für Kampf zwischen Sturm und Abraham

Der Megafight zwischen Felix Sturm und Arthur Abraham kommt vorerst nicht zustande. Box-Promoter Klaus-Peter Kohl wies das Angebot von Wilfried Sauerland als "Ultimatum" zurück.

Statt der Boxer prügeln die Promoter aufeinander ein. Verbal, aber nicht weniger heftig. Verlierer sind die deutschen Boxfans. Der Hamburger Klaus-Peter Kohl hat am Donnerstag dem Megafight zwischen Felix Sturm und Arthur Abraham vorerst eine Absage erteilt. Sein Berliner Kontrahent Wilfried Sauerland schlug daraufhin sofort zurück: "Ich bedaure, dass Universum und Sturm ihren großen Worten keine Taten folgen lassen."

Der Hamburger Kohl hatte zuvor seine seit über einer Woche andauernde Sprachlosigkeit beendet. Am 18. November war Sauerland mit einem Angebot über 2,5 Mill. Euro für Sturm an die Öffentlichkeit gegangen und hatte Kohl damit unter Druck gesetzt. "Für uns war das kein seriöses Angebot, sondern ein Ultimatum", erklärte Kohl, "diese fragwürdige Vorgehensweise hat Universum Box-Promotion und Felix Sturm nicht gefallen."

"Sturm hat Angst vor King Arthur"

Sauerland Event hatte das Angebot am vergangenen Mittwoch offenbar mit gleicher Post an Universum und die Bild-Zeitung geschickt und den Hamburgern eine Woche Zeit für eine Entscheidung eingeräumt. Der Fight der beiden deutschen Mittelgewichtsweltmeister in den Verbänden WBA bzw. IBF sollte demnach bei Sauerlands TV-Partner ARD im Fernsehen gezeigt werden und nicht im ZDF, das mit Universum zusammenarbeitet.

Die Berliner weisen den Vorwurf der Unseriosität zurück. "Wir haben ausdrücklich betont, dass es bei den Verhandlungen zusätzlich Zeit geben kann", sagte Sauerland, und sein Geschäftsführer Chris Meyer ergänzte: "Wir haben deutlich gezeigt, welche Seite diesen Kampf wirklich will und wer hier kneift. Für uns steht fest, Sturm hat Angst vor King Arthur."

"Geschäftliche Gründe" stehen dem Megafight im Weg

Tatsächlich war die Chance auf eine Titelvereinigung zwischen dem Leverkusener und dem Berliner immer gering, obwohl beide Boxer mehrmals offiziell ihre Bereitschaft zum Kampf erklärt hatten. Durch die Verträge mit konkurrierenden TV-Sendern, Gagenforderungen um rund drei Mill. Euro pro Boxer und dem drohenden Verlust des WM-Titels für einen der beiden sprachen zu viele geschäftliche Gründe gegen das sportlich notwendige Duell.

Mit dem Argument des "fragwürdigen Vorgehens" hat Kohl nun einen eleganten Weg gefunden, dem Kampf aus dem Weg zu gehen. "Wir werden vorerst keine Verhandlungen mit Arthur Abrahams Team aufnehmen. Leider müssen sich die Fans etwas gedulden", ließ Kohl mitteilen. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass der Kampf ebenso wie einst der Fight zwischen Dariusz Michalczewski und Henry Maske nie zustandekommt.

Universum will nun die Verhandlungen um eine Titelvereinigung mit dem amerikanischen WBC/WBO-Weltmeister Kelly Pavlik vorantreiben. Allerdings steht auch Sauerland bereits seit einem Jahr in Verhandlungen mit Pavliks Promoter Bob Arum. Entsprechend lakonisch fällt deshalb der Kommentar der Berliner zu den Bemühungen der Gegenseite aus: "Dazu wünscht das Sauerland-Team Klaus-Peter Kohl und Felix Sturm alles Gute."

© SID

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