Boxen WM
Kampf um 100 Millionen Dollar und WM-Krone

Finanziell gesehen könnte der am Samstag in Las Vegas stattfindende WM-Kampf im Superweltergewicht zwischen Oscar de la Hoya und Floyd Mayweather Jr. der erfolgreichste Box-Event aller Zeiten werden.

Die Superlativen nehmen vor dem WM-Kampf im Superweltergewicht im MGM-Casino zu Las Vegas zwischen Oscar de la Hoya und Floyd Mayweather Jr. kein Ende. 100 Mill. Dollar stehen auf dem Spiel, dazu der Weltmeister-Gürtel und nicht weniger als die Zukunft des Boxsports.

Promotion der Superlative

Neben dem attraktiven sportlichen Wert des WM-Fights der beiden derzeit größten Publikumsmagneten steht vor allem der finanzielle Faktor im Vordergrund. Nach einer der längsten und teuersten Werbekampagnen wird der Kampf aller Voraussicht nach als ertragsreichste Boxveranstaltung aller Zeiten in die Annalen eingehen.

Man kann ihnen nicht entgehen. Wer in diesen Tagen über den berühmten Strip von Las Vegas flaniert, bekommt die beiden Hauptdarsteller - den "Golden Boy" de la Hoya und den "Pretty Boy", Mayweather Jr., so die beiden Kampfnamen - praktisch im Minutentakt auf den riesigen Videoleinwänden präsentiert. In nur zwölf Minuten war der Kampf ausverkauft, Schwarzmarktpreise erreichten nie gekannte Höhen von 35 000 Dollar und mehr. "Bringt uns ins Schwärmen, die Zukunft eures Sports steht auf dem Spiel" forderte die Tageszeitung Las Vegas Sun angesichts des schwindenden Stellenwertes des Boxens.

Vor den Fäusten fliegen die Schmähungen

Zumindest beim Vorgeplänkel zeigten sich beide Boxer weltmeisterlich. WBC-Titelverteidiger und "Gentleman" de la Hoya (38 Siege, vier Niederlagen, 30 Knockouts) reiste am Mittwoch vom Training in Puerto Rico an und wies seinen Intimfeind wegen dessen wochenlanger verbaler Attacken wortgewaltig in die Schranken: "Was dieser arrogante Schnösel in letzter Zeit von sich gegeben hat, ist unerhört. Ein Tiger Woods würde sich niemals herablassen und Jack Nicklaus kritisieren. Floyd braucht eine Lektion in Sachen Demut."

2:1-Favorit Mayweather (37 Siege, keine Niederlagen, 24 Knockouts) war nicht beeindruckt: "Was hat er schon vorzuweisen? Oscar ist ein Weichei und in seiner Karriere guten Gegnern konsequent aus dem Weg gegangen. Gegen einen guten Boxer wie mich hat er keine Chance. Ich werde ihn vernichten und anschließend in den Ruhestand gehen."

De la Hoya finanziell erfolgreichster Boxer

Eines war Beobachtern schnell klar: das heftige Wortgeplänkel war - anders als bei vielen Kämpfen - keine Show. Auf der gerade beendeten sechswöchigen Promotion-Tour verhehlten die beiden charakterlich so unterschiedlichen Boxer die Antipathie für die jeweils andere Seite nicht. Während de la Hoya den vom Fernsehsender HBO gebuchten Sonderzug nahm, ging Mayweather jedem unnötigen Kontakt aus dem Weg und ließ sich in einer schwarzen Limousine durchs Land kutschieren.

Für die PR-Maschine war das genauso gefundenes Fressen wie die Tatsache, dass de la Hoya - der einzige Boxer mit WM-Titeln in sechs Gewichtsklassen - bis vor kurzem von Mayweathers Vater Floyd Sr. betreut wurde. Als dieser eine Million Dollar für den Kampf verlangte, schickte ihm de la Hoya wegen angeblicher "Erpressung" kurzerhand die Kündigung.

An fehlender Liquidität dürfte das nicht gelegen haben. Sollten die Einschaltquoten im Bezahlfernsehen wie erwartet ausfallen, könnte der 34-Jährige locker 60 Mill. Dollar einsacken. Mit insgesamt 552 Mill. avancierte de la Hoya damit pünktlich zum angekündigten Karriereende zum finanziell erfolgreichsten Boxer aller Zeiten.

© SID

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