Boxen WM
Klitschko glückt Revanche gegen Brewster

Profiboxer Wladimir Klitschko hat die Revanche gegen Lamon Brewster gewonnen und damit seinen WM-Titel im Schwergewicht nach IBF-Version erfolgreich verteidigt. In Köln gelang ihm ein technicher K.o. in Runde sieben.

Wladimir Klitschko bleibt Schwergewichts-Weltmeister nach IBF-Version. Der 31 Jahre alte Ukrainer hat am Samstag seinen Titel zum dritten Mal erfolgreich verteidigt. Vor 19 500 Zuschauern in der Kölnarena feierte der 31-jährige Ukrainer einen technischen K.o.-Sieg in der 7. Runde gegen seinen einstigen Bezwinger Lamon Brewster aus den USA.

"Die Rechnung ist beglichen"

"Die Rechnung ist beglichen. Mein Image hat damals große Kratzer bekommen. Ich habe drei Jahre davon geträumt und habe am Boden des Sports gelegen. Die Leute haben gesagt, ich wäre ein Deadman Walking, ein Mann ohne Kinn und ohne etwas Anderes auch. Keiner wollte mit Klitschko noch etwas zu tun haben. Ich freue mich, dass es vorbei ist", erklärte der Champion aller Klassen sichtlich erleichtert nach dem Fight.

Selbst ein schon in Runde eins erlittender leichter Haarriss in der linken Führhand konnte den Weltmeister nicht stoppen. Die Hand war 75 Minuten nach dem Fight schon in Eis verpackt und wurde am Sonntagmorgen in einem Krankenhaus in Wesseling bei Köln für die nächsten vier Wochen in Gips gelegt.

Schwer geschlagen saß Brewster in der Pause zur siebten Runde auf seinem Stuhl und musste unter dem gellenden Pfeifkonzert der 19 500 enttäuschten Box-Fans mitansehen, wie sein Trainer Buddy Mcgirt Ringrichter Sam Williams (USA) die Aufgabe signalisierte. "Ich hätte auf jeden Fall weitergemacht. Ich bin ein Fighter. Aber ich habe einen guten Trainer. Er sagte mir: "Du hast Frau und Kind. Ich will nicht, dass Du noch mehr Schläge kassierst"", sagte der 34-Jährige nach der bittersten von nur vier Niederlagen in 37 Kämpfen.

"Ich wollte nicht sein Leben aufs Spiel setzen"

Ehefrau Juana Brewster blickte mit großer Sorge auf ihren Gatten, Coach Mcgirt hatte angesichts der Hilf- und Wehrlosigkeit Angst um die Gesundheit seines Kämpfers das Handtuch geworfen. "Ich wollte nicht sein Leben aufs Spiel setzen", sagte der Ex-Weltmeister. Die Schlagstatistiken des mitübertragenden US-Pay-TV-Senders HBO dokumentierten die Überlegenheit des Champs und wiesen zudem einen Rekord aus. Zweimeter-Riese Klitschko feuerte auf Brewster 346 Jabs ab. Ein bis dato bei HBO noch nicht erreichter Wert im Schwergewicht. 162-mal klatschten die Jabs an den Kopf des Herausforderers, dazu fanden noch 37 sogenannte "Power Punches" Klitschkos das Ziel.

"Kein Wunder, dass Dir die Hand wehtut", meinte der frühere Schwergewichts-Champion Lennox Lewis, der als TV-Experte den Fight analysierte, mit einem Augenzwinkern, nahm den IBF-Champion in die Arme und gratulierte ihm von Herzen.

Brewster hatte Klitschko am 10. April 2004 in Las Vegas im WM-Kampf um die WBO-Krone durch technischen K.o. in der 5. Runde besiegt. Bei der Revanche dominierte Klitschko den Kampf von der ersten Runde an und ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Zur siebten Runde trat der hemmunglos überforderte Brewster nicht mehr an.

Klitschko verbuchte im 52. Profikampf seiner Karriere den 49. Sieg bei drei Niederlagen. Der 34-jährige Brewster musste im 37 Fight seiner Laufbahn die vierte Niederlage hinnehmen.

Klitschko will sich in jedem Fall auch in Zukunft den Besten der Besten stellen: "Sultan Ibragimow und Ruslan Tschagajew kämpfen gegeneinander. Dann haben wir einen Weltmeister mit zwei Titeln. Ich hoffe, dass ich gegen ihn antreten kann. Dann wird die Schwergewichtsszene bereinigt. Ich bin 31 Jahre alt. Meine beste Zeit als Boxer hat gerade erst begonnen. Ich will da hinkommen, wo Lennox Lewis einmal war." Der hatte als letzter Schwergewichtler alle Titel inne.

© SID

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