Boxen WM
Klitschko sind alle Mittel recht

Provokationen, Psychospielchen und Protzereien: Im Vorfeld des Kampfes gegen Samuel Peter am Samstag sind Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko alle Mittel recht.

Provokationen bei der Pressekonferenz, Psychospielchen beim öffentlichen Training und Protzereien beim verbalen Schlagabtausch: In den Tagen vor dem WM-Kampf heute in der Frankfurter Fußball-Arena gegen Samuel Peter (22.10 Uhr/RTL live) waren Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko fast alle Mittel recht, um den Herausforderer aus Nigeria zu verunsichern. Die psychologische Kriegsführung des jüngeren der beiden Klitschko-Brüder hat seinen Grund. Schließlich erlebte der 34-Jährige über weite Strecken des ersten Duells gegen "The Nigerian Nightmare" einen Albtraum.

"Peter kann hauen. Und wenn er trifft, dann geht es einem nicht gut im Ring", sagte Klitschko beim Blick zurück auf den WM-Ausscheidungsfight vor fünf Jahren in Atlantic City. Der Ukrainer, der am Samstag vor 40 000 Zuschauern die WM-Titel der Verbände IBF und WBO verteidigt, war damals dreimal am Boden. In der zwölften Runde knockte Klitschko dann seinerseits Peter beinahe aus und gewann am Ende nach Punkten.

"Ich kam mit Niederlagen gegen Corrie Sanders und Lamon Brewster nach Atlantic City. Viele hatten mich schon abgeschrieben. Es war damals einer der schwierigsten und wichtigsten Kämpfe, die ich jemals hatte, ein Meilenstein in meiner Karriere", erklärte Klitschko, der angeblich während des Fights keinen Gedanken an eine Niederlage verschwendete: "Ich habe trotz der Niederschläge nie Zweifel an meinem Sieg gehabt."

Keine Zweifel am Erfolg

Zweifel an seinem Erfolg im zweiten Peter-Kampf, der in über 110 Länder übertragen wird, ließ Klitschko auch in den Tagen vor dem Fight nie aufkommen. So provozierte der Champion seinen Herausforderer bei der Pressekonferenz an Peters 30. Geburtstag. "Das ist dein Ehrentag. Deshalb darfst du die Gürtel mal berühren und mal halten, aber mehr nicht", sagte Klitschko und wedelte mit den WM-Gürteln vor Peters Nase rum.

Beim öffentlichen Training forderte Klitschko seinen Kontrahenten auf, ihm bei seinen Übungen zuzusehen. Und in seinen Äußerungen machte Klitschko keinen Hehl daraus, dass er einen schnellen K.o.-Sieg erwartet: "Ich habe mich sehr intensiv vorbereitet und werde alles tun, um ihm den Zahn frühzeitig zu ziehen und den Kampf vorzeitig zu beenden."

Peter blieb bei all dem Ballyhoo erstaunlich ruhig. "Ich werde die Antwort im Ring geben. Ich lasse die Fäuste sprechen und werde mir die Titel holen. Der Kampf wird ein Klassiker", sagte der Afrikaner. Peters Trainer Abel Sanchez wurde sogar noch deutlicher: "Samuel ist topfit. Wladimir geht in der sechsten Runde K.o."

Coach Stewart: K.o. in vier, fünf Runden

Klitschkos Coach Emanuel Stewart sieht dies naturgemäß ganz anders. "Wir werden gewinnen, weil Wladimir auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist. Es wird einen K.o. innerhalb von vier, fünf Runden geben", meinte Stewart, der von seinem Schützling allerdings eine Abkehr von der zuletzt gezeigten vorsichtigen Kampfstrategie forderte. Wladimir müsse "aggressiver boxen" als in der Vergangenheit.

Eigentlich hätte Klitschko gar nicht gegen Peter geboxt. Der Nigerianer ist der Ersatz für den russischen Pflichtherausforderer Alexander Powetkin, der den vorgelegten Kampfvertrag nicht unterschreiben wollte. Deshalb wurde ihm von der IBF der Status als Nummer eins aberkannt.

27 seiner 34 Kämpfe gewann Peter vorzeitig, dem stehen drei Niederlagen gegenüber. Peter war von 2006 bis 2008 WBC-Weltmeister, bevor er nach einer enttäuschenden Leistung von Witali Klitschko entthront wurde. Wladimir Klitschkos Kampfrekord steht bei 54 Siegen (48 davon vorzeitig) und drei Niederlagen.

© SID

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