Boxen WM
"König Arthur" vor Titelverteidigung gegen Gevor

Arthur Abraham muss sich heute in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen seinen Landsmann Khoren Gevor beweisen und seinen Titel im Mittelgewicht verteidigen. Gegen den Armenier geht es auch um seine Zukunft in den USA.

Wenn "König Arthur" Abraham heute Abend in den Ring steigen wird, dann geht es für ihn um viel mehr als um eine einfache Titelverteidigung. Der gebürtige Armenier hat nicht nur einen Titel, sondern eine gesamte Karriere zu verlieren. Doch soweit will es Abraham nicht kommen lassen, denn die Pläne des 27-Jährigen für diesen Abend und die Zukunft sehen anders aus: Seinen Siegeszug in Deutschland fortsetzen, seine Macht-Position in Armenien festigen und demnächst auch Amerika erobern. Die Titelverteidigung des Profibox-Weltmeisters gegen Khoren Gevor in der Berliner Max-Schmeling-Halle (22.00 Uhr/live in der ARD) ist aus vielerlei Gründen ein wichtiger Meilenstein in der Karriere des Mittelgewichtlers.

"Eine Niederlage wäre wie ein Weltuntergang für mich", sagte Abraham darum auch vor dem Duell zweier gebürtiger Armenier mit deutschem Pass. In 32 Ländern wird die Pflichtverteidigung seines IBF-Titels übertragen, darunter natürlich auch in Armenien. Dort ist Abraham der absolute Box-Star, doch dies will Gevor ändern: "Ich will Weltmeister werden. Dabei steht mir Abraham im Weg. Ich mache kurzen Prozess mit ihm."

Die Erfahrung von bislang fünf WM-Kämpfen lässt den klar favorisierten Abraham gelassen auf solche Provokationen reagieren. Er werde die passende Antwort im Ring geben, sagte Abraham: "Der weiß ja gar nicht, was auf ihn zukommt." Auch Abrahams Promoter Wilfried Sauerland sieht im ebenso brisanten Duell gegen Klaus-Peter Kohl (Hamburg) sowie zwischen den beiden deutschen Top-Trainern Ulli Wegner (Abraham) und Fritz Sdunek (Gevor) seinen Boxstall klar im Vorteil: "Arthur ist der beste Mittelgewichtler der Welt. Das wird er auch am Samstag beweisen."

Ziel bleibt Kampf in den USA

Doch für Abraham steht mehr auf dem Spiel als nur die nationale Ehre und die des eigenen Boxstalls. Sollte er in seinem 24. Profikampf zum 24. Mal als Sieger den Ring verlassen, rückt für Abraham der Traum von einem Kampf in Amerika gegen Superstar Jermain Tayler (USA) in greifbare Nähe.

Sauerlands Planungen für einen Titel-Vereinigungskampf mit dem WBC- und WBO-Champion laufen bereits auf Hochtouren. Zwar ist das Budget des amerikanischen TV-Senders HBO in diesem Jahr erschöpft, doch Anfang nächsten Jahres soll der Bezahlsender einen Aufbaukampf Abrahams übertragen und so den schlagkräftigen Armenier (18 K.o.-Siege) in den USA bekannter machen. "Im Frühjahr wollen wir dann mit einem Kampf gegen Tayler den Hammer draufsetzen", erklärte Sauerland.

"Schlacht von Wetzlar" als Karriereschub

Der Berliner Promotor sieht seinen Schützling auch in Amerika auf der Überholspur: "Er ist ein Typ, der dort aufgrund seines offensiven Kampfstils sehr gut ankommen wird." Schon jetzt bestehe großes Interesse an Abraham, vor allem wegen dessen "Schlacht von Wetzlar" im September 2006, als er trotz doppelt gebrochenem Kiefer gegen Herausforderer Edison Miranda (Kolumbien) nach Punkten gewann.

Doch zunächst muss Landsmann Gevor, der von 29 Kämpfen lediglich zwei verlor und mit dem Abraham vor zehn Jahren in Nürnberg für den selben Amateur-Boxstall gekämpft hatte, aus dem Weg geräumt werden. Im laut Trainer Wegner "härtesten Trainingslager aller Zeiten" auf der Insel Usedom habe sich Abraham "so motiviert gezeigt wie noch nie". Denn "König Abraham" hat große Pläne.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%