Boxen WM
Krasniqis zweite und letzte WM-Chance

Mit einem Sieg heute im Kampf gegen Tony Thompson könnte sich Luan Krasniqi einen WM-Fight sichern. Vor zwei Jahren verpasste er in Hamburg die große WM-Chance, diesmal soll es für "Löwe Luan" besser laufen.

Für seine zweite und wohl letzte WM-Chance kehrt Luan Krasniqi an den Ort seiner vielleicht schmerzhaftesten Niederlage zurück: Genau dort, wo er vor knapp zwei Jahren den großen Triumph durch eigene Unachtsamkeit vergeben hat, kann der Schwergewichtsboxer aus Rottweil heute (22.00 Uhr) nochmal die Weichen zu einer WM-Chance stellen. Krasniqi muss in der Hamburger Color Line Arena Tony Thompson (USA) besiegen - und seinen Hang zur Überheblichkeit im Ring.

Rückblick: Auf den Punktzetteln aller Kampfrichter lag Krasniqi am 28. September 2005 in seinem WM-Kampf um den WBO-Titel gegen Lamon Brewster in Front. Er war auf dem besten Weg, als erster Deutscher seit Max Schmeling Weltmeister im Schwergewicht zu werden, als ihn in der neunten Runde ein Lucky Punch des eigentlich schon bezwungenen Brewsters stoppte. Krasniqi fühlte sich zu sicher, er wurde nachlässig, unkonzentriert. Seine alte Schwäche, Chance vertan.

"Diese Chance will ich mir nicht nehmen lassen"

Zwei Aufbaukämpfe später und fast zwei Jahre älter kann er nun mit 36 Jahren nochmal auf den WM-Gürtel schauen. Der Sieger des Ausscheidungskampfes in Hamburg ist Pflichtherausforderer des WBO-Champions Sultan Ibragimow (Russland). Am 13. Oktober boxt der in einem Titel-Vereinigungskampf gegen Krasniqis Stallgefährten bei der Universum Box-Promotion, Ruslan Tschagajew, der WBA-Champ ist.

Krasniqi hat sich wieder mit Trainer Torsten Schmitz überwiegend in seiner Heimatstadt Rottweil in Form gebracht. Er weiß, dass dies seine letzte Gelegenheit sein dürfte, doch noch seinen WM-Traum zu verwirklichen. "Der Kampf ist überaus wichtig für mich - diese Chance will ich mir nicht nehmen lassen", sagt der gebürtige Kosovo-Albaner.

"Mich erwartet ein gefährlicher Gegner"

Wirklich überzeugen aber konnte er in seinen beiden letzten Fights nicht. Im März mühte er sich nach fast einjähriger Verletzungspause zwölf Runden lang mit dem kämpferisch limitierten US-Amerikaner Brian Minto, der deswegen bekannt wurde, weil er die Karriere von Axel Schulz beendete. "Ich wollte auf Sicherheit gehen und die Kontrolle behalten", erklärte Krasniqi seinen über weite Strecken zurückhaltenden Auftritt damals.

Das klang immerhin nach einem Lerneffekt. Unterschätzen will "Löwe Luan" seinen auch schon 35 Jahre alten Gegner nicht, obwohl dessen Meriten trotz der Bilanz von 29 Siegen und nur einer Niederlage überschaubar sind.

"Mich erwartet ein gefährlicher Gegner. Er ist zwar nicht der Schnellste, aber er hat eine sperrige Art zu boxen", sagt Krasniqi über den in unangenehmer Rechtsauslage boxenden Amerikaner: "Ich werde top vorbereitet in den Ring steigen." Denn eine dritte Chance wird er auch nicht bekommen.

© SID

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