Boxen WM
Laila Ali will Berlin und Europa erobern

Bislang hat Profi-Boxerin Laila Ali 21 Siege gefeiert, 20 davon in den USA, einen in China. Nun will sie auch Europa erobern. Heute Abend kämpft die Tochter des Jahrhundertsportlers in Berlin gegen Asa Sandell.

Sie selbst ist im Supermittelgewicht die derzeit beste Boxerin der Welt, trägt gleich drei WM-Gürtel auf einmal. Doch die Aufmerksamkeit vor ihrem heutigen Kampf in Berlin gegen die weithin unbekannte Schwedin Asa Sandell zieht Laila Ali vor allem aus einem anderen Grund auf sich: Sie ist die Tochter von Jahrhundertsportler Muhammad Ali. Der berühmteste Boxer der Welt wird in Reihe eins sitzen. "Ich freue mich auf seine Unterstützung", sagt die 27-Jährige. "Aber meistens bin ich so auf den Kampf konzentriert, dass ich davon sowieso nichts mitbekomme."

Die Kraft des Namens Ali hat Laila schon geholfen, so manche Tür zu öffnen. Als sie im Oktober 1999 erstmals in den Ring kletterte, brachte sie das Frauen-Boxen in den USA größer denn je in die Schlagzeilen. Denn zu ihrem Profi-Debüt in Verona/New York war Papa Muhammad erschienen, was ein enormes Medienecho zur Folge hatte.

Genervt von den Fragen über den Papa

Auch in Berlin, wo Laila Ali im Vorprogramm des Schwergewichts-WM-Kampfes von John Ruiz gegen den Russen Nikolaj Walujew (22.25 Uhr/live in der ARD) boxt, geht es derzeit mehr um Muhammad Ali als um seine Tochter. Genervt reagierte diese deshalb zwei Tage vor dem Kampf auf Fragen nach dem Herrn Papa: "Ich bin nach Deutschland gekommen und will über den Kampf reden, nicht über meinen Vater."

Trotz der nervigen Fragen schaffte es die gelernte Kosmetikerin immerhin noch einmal, für die Fotografen ein Lächeln aufzusetzen. Doch authentisch wirkte das nicht mehr. Anders als ihre eindeutige Kampfansage: "Ich bin Laila Ali, ich bin die Beste. Der ganze Druck lastet auf mir. Asa Sandell hat schon mal verloren, und sie wird wieder verlieren. Ich werde sie k.o. schlagen." Dass es dabei nicht um einen Titel geht, ist Ali egal: "Es muss kein Titelkampf sein, damit ich mich motivieren kann."

Laila Ali will den ersten Sieg in Europa

21 Siege hat Laila Ali seit ihrem Debüt vor sechs Jahren gefeiert, 20 davon in den USA, einen in China. Nun will sie von Berlin aus auch Europa erobern. Sandell, ehemalige Kulturredakteurin einer schwedischen Zeitung, sollte auf dem Weg zu neuen Ufern kein Hindernis sein. Von fünf Profi-Kämpfen hat sie gerade drei gewonnen. Die 38-Jährige sprang als Ersatz für die ursprünglich vorgesehene Ukrainerin Anschelika Torska ein, die wegen einer Ellenbogenverletzung absagen musste.

Seit anderthalb Wochen bereitet sich Laila Ali an der Spree auf ihren 22. Profikampf vor. Begleitet wird sie dabei von einem skurrilen Mann mit Kapitänsmütze, der einst schon ihrem Vater zur Seite stand. Der als "Dr. Cut" bekannte Cassius Green, eine Legende am Boxring, wird sie aus ihrer Ecke heraus betreuen. "Ich vertraue ihm. Er war von Anfang an bei meinen Kämpfen dabei und wird mir auch am Samstag zum Sieg verhelfen."

© SID

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