Boxen WM
Maskajew "zertrümmert" Sams WM-Chance

Durch die Punkt-Niederlage gegen den Kasachen Oleg Maskajew hat Boxprofi Sinan Samil Sam die Chance auf einen WM-Kampf eingebüßt. Zudem musste der 31-Jährige mit einem Kieferbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Durch eine deftige Niederlage hat der in Berlin lebende Türke Sinan Samil Sam seine Chance auf einen Box-Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht verpasst. Der 31-Jährige unterlag in der Nacht zum Sonntag in Hamburg dem Kasachen Oleg Maskajew nach zwölf Runden klar nach Punkten. Maskajew hat sich damit Platz eins im Ranking des World Boxing Council (WBC) gesichert und hat nun die Möglichkeit, Weltmeister Hasim Rahman herauszufordern. Sam erlitt die dritte Niederlage in 27 Profikämpfen.

Der ehemalige Europameister fand gegen Maskajew nie seine Linie und musste nach dem Fight mit einem Kieferbruch und schwerer Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der 36 Jahre alte Maskajew nutzte die Schwächen in Sams Deckung gnadenlos aus und traf immer wieder mit seiner schweren Rechten, während Sam seine technische Überlegenheit vor rund 4 000 überwiegend türkischen Fans nie durchsetzen konnte.

"Bittere Stunde" für Sam

"Das war heute eine ganz bittere Stunde für uns, wir hatten uns viel mehr erhofft", sagte Trainer Ulli Wegener, "wir haben sehr viel mehr verloren als nur den Kampf." Promoter Wilfried Sauerland und sein TV-Partner ARD haben damit einen Hauptkämpfer eingebüßt, die Pläne von großen WM-Kämpfen sind geplatzt, und ob Sam trotz seines Vertrages bis Ende 2006 überhaupt noch einmal für den Berliner in Ring steigt, ist völlig offen.

Sams persönlicher Manager Ahmed Öner dachte nach der Niederlage über einen Abschied aus dem Sauerland-Stall nach, dem er nach seinem Abschied von Universum erst seit etwas über einem Jahr angehört. "Sinan muss nach Hamburg zurück. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich ihn zu lange mit Leuten zusammengelassen habe, die ihn nicht so gut kennen", sagte Öner: "Ulli Wegener hat seinen Job gemacht, aber er kam nicht an Sinan ran, vielleicht war das alles eine Nummer zu hoch."

Auch gegen den bereits 36 Jahre alten Maskajew kassierte Sam serienweise harte Treffer, den Schlag zum Kieferbruch hat er angeblich bereits in der ersten Runde eingesteckt. Wieder überzeugte er durch seine unglaublichen Nehmerfähigkeiten, traf auch den Kasachen mehrmals gefährlich, doch von boxerischer Linie war nur wenig zu sehen. "Das war der schlechteste Kampf, den ich von Sinan bisher gesehen habe", sagte Sauerland.

Sechs Monate Pause für Sam

Sechs Monate Pause gibt es jetzt Minimum für Sam, der auch in seinen letzten Fights viele schwere Schläge einstecken musste. "Ich lasse jetzt eine Computer-Tomographie vom Kopf machen um zu sehen, ob da was passiert ist", sagte Öner: "Ich habe nur einen Sinan, Sauerland und Klaus-Peter Kohl haben Boxfabriken."

© SID

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