Boxen WM
Nach Brähmer-Kampf flogen die Fäuste weiter

Jürgen Brähmer hatte seinen Kampf gegen Hector Velasco gerade gewonnen, da flogen in der Colorline-Arena wieder die Fäuste. Arena-Box-Promoter Ahmend Öner und zwei Begleiter prügelten sich mit den Sicherheitskräften.

Die Zuschauer in der Hamburger Colorline-Arena waren nicht zufrieden mit dem was ihnen geboten wurde. Schließlich fand der blutigste Kampf des Abends auch außerhalb des Rings statt. Gezeichnet wie Profiboxer nach einem schweren Zwölf-Runden-Fight verließen Promoter Ahmed Öner und zwei seiner Begleiter am späten Samstagabend die Jubiläums-Veranstaltung des konkurrierenden Universum-Stalls in Hamburg. Der Chef der ebenfalls in der Hansestadt ansässigen Arena-Box-Promotion war unmittelbar nach dem Hauptkampf zwischen Supermittelgewichtler Jürgen Brähmer und Ex-Weltmeister Hector Velasco (Argentinien) am Rande des Seilgevierts mit Sicherheitskräften aneinandergeraten und musste nach einer handfesten Schlägerei ebenso wie seine Gefolgschaft ärztlich versorgt werden.

Während Brähmer als eigentlicher Hauptakteur des 250. Box-Events von Universum nach seinem knappen Punktsieg von den 7 000 Zuschauern in der Colorline-Arena gnadenlos ausgepfiffen wurde, entwickelte sich kurz nach Mitternacht offenbar als Folge einer Reihe von Drohgebärden im Bereich der Ehrenplätze das Handgemenge zwischen der Öner-Fraktion und einem Dutzend Bodyguards aus dem Brähmer-Lager. "Wir konnten bislang noch nicht ermitteln, wer da auf wen losgegangen ist. Klar ist nur, dass es Provokationen durch Herrn Öner gegeben hat", sagte Universum-Sprecher Christoph Hawerkamp dem sid.

Öner, nach Universum-Chef Klaus-Peter Kohl und Wilfried Sauerland die Nummer drei der deutschen Box-Promoter, teilte am Sonntag seine Sichtweise in einer offiziellen Stellungnahme mit: Zusammen mit seinen Begleitern sei er "während der gesamten Veranstaltung von zwölf 150-Kilo-Schlägern provoziert worden", so der Türke, der die Gruppe der rechtsradikalen Szene zuordnet ("Einige sind stadtbekannt").

Öner erhebt schwere Vorwürfe gegen Universum

Doch Öner geht noch weiter und wirft Universum eine gezielte Aktion vor: "Mir wurde eine Falle gestellt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schläger mit Einverständnis des Veranstalters - zumindest aber nicht gegen dessen Willen - auf uns angesetzt waren." Er selbst habe Schläge und Tritte abbekommen, seine Begleiter seien sogar "mit schweren Verletzungen" ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte Öner.

Universum wies die Vorwürfe scharf zurück. "Das entbehrt jeder Grundlage. Für Universum ist es einfach nur bedauerlich, dass unsere Jubiläums-Veranstaltung durch so einen unschönen Zwischenfall gestört wurde", sagte Hawerkamp: "Herr Öner hatte mit diesem Event überhaupt nichts zu tun, keiner seiner Boxer war beteiligt. Wir haben keine Ahnung, was er mit seiner Provokation erreichen wollte."

Brähmer verwundert über gellendes Pfeiffkonzert

Den Eklat hatte ein Großteil des Publikums in der Halle gar nicht mehr mitbekommen, da viele Besucher die Veranstaltung nach dem Urteilsspruch im Brähmer-Kampf enttäuscht verlassen hatten. Die Pfiffe, die zunächst den seiner Höhe nach umstrittenen Punktsieg des Schweriners quittierten, richteten sich schnell gegen Brähmer selbst, was diesen sichtlich irritierte: "Das verstehe ich nicht. Das war ein schwerer Kampf gegen einen sehr starken Gegner, bei dem ich mich durchbeißen musste", sagte der 28-Jährige, der in der sechsten Runde sogar auf die Bretter musste und angezählt wurde.

Zuvor waren die Zuschauer schon beim ersten Hauptkampf des Abends nicht auf ihre Kosten gekommen. Europameister Thomas Ulrich hatte den Titel im Halbschwergewicht gegen den Italiener Leonardo Turchi durch K.o. in der ersten Runde erfolgreich verteidigt. Der Kampf dauerte nur 121 Sekunden.

© SID

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