Boxen WM
Ragosina will es mit Männerwelt aufnehmen

Natscha Ragosina fühlt sich nach dem Gewinn ihres vierten WM-Titels offenbar unterfordert. Die 31-Jährige will es nun mit Männern aufnehmen. "Im Sparring hat sie das schon oft gemacht", so Promoter Steinforth.

Nach dem souveränen Gewinn ihres vierten WM-Gürtels denkt Weltmeisterin Natscha Ragosina offenbar über eine Karriere im Männer-Boxsport nach. "Vielleicht boxt sie bald gegen Männer. Im Sparring hat sie das schon oft gemacht und dabei nie schlecht ausgesehen", sagte Promoter Ulf Steinforth. Zuvor hatte sein Schützling gegen Gardy Pena aus der Dominikanischen Republik bereits den vierten Verbandsgürtel gewonnen.

Im vollbesetzten Ballsaal eines Berliner Nobelhotels ließ die attraktive Russin ihrer hilflosen Gegnerin zu keiner Sekunde eine Chance. Durch technisches K.o. war der Supermittelgewichts-Kampf gegen Pena bereits in der zweiten Runde beendet. Nach den Titeln in den Verbänden Wibf, WBA und GBU ziert nun auch die Wiba-Trophäe die schmale Hüfte der 31-jährigen Ragosina.

Ragosina will Laila Ali fordern

Bevor sich die Mutter eines siebenjährigen Sohnes jedoch anschickt, die Männerwelt zu erobern, will sie noch die Tochter des großen Muhammad Ali in den Ring bitten. Laila Ali hält den Titel des fünften und letzten Verbandes WBC, verzichtete jedoch zuletzt auf Einlagen auf den Boxbrettern. "Ich hoffe, dass Laila noch einmal antritt und ich sie herausfordern kann", sagte Ragosina.

Bei allem Glanz von Ragosinas Auftritt offenbarte der Abend vor allem das alte Problem des Frauenboxens. Das Leistungsgefälle ist so groß, dass selbst in einem WM-Kampf die Herausforderinnen zu Spielbällen der Champions werden. Das zeigte sich auch im zweiten Kampf, in dem die Russin Oxana Wassiljewa der Karlsruherin Natascha Guthier eine Lehrstunde erteilte. In der dritten von zehn angesetzten Runden war die Show nach technischem K.o. bereits vorbei.

Bisher sträuben sich die Verbände jedoch gegen ein Umdenken. Vorstufen wie bei den Männern, etwa Continental-Meisterschaften oder Qualifikationskämpfe, scheinen für die Strippenzieher noch keine Option. Auch auf die Gefahr hin, dass man mit dem aktuellen Niveau langfristig die Zuschauer eher vertreibt als anlockt.

Orolow mit glänzendem Auftritt

Bei den Männern scheint derweil der russische 2,06-m-Riese Jewgeni Orolow eine echte Perspektive zu haben. Der Gigant aus St. Petersburg vermöbelte den Litauer Alekandre Borhovs dermaßen, dass dieser bereits nach der zweiten Runde das Handtuch warf.

"Ich muss in den nächsten Monaten viel trainieren, um an die Leistungen meines Landsmannes Nikolaj Walujew heranzukommen", sagte Orolow nach dem Fight. Auch Matchmaker Marcel Nartz hält große Stücke auf den russischen Brocken: "Wenn Jewgeni sich technisch verbessert, kann er es im Schwergewicht weit bringen."

Einen schwer erkämpften Punktsieg holte sich unterdessen IBF-Continental-Champion Marco Schulze gegen den Tschechen Tomas Kugler. Dem Superweltergewichtler fiel die Umstellung auf das höhere Mittelgewicht sichtlich schwer. Dem Veltener bereitete anfangs vor allem die härtere Gangart Schwierigkeiten.

© SID

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