Boxen WM
Steward: "Sehe niemanden, der ihn schlagen kann"

Vor der großen Revanche von Wladimir Klitschko gegen Lamon Brewster am Samstag äußert sich sein Trainer Emanuel Steward im sid-Interview: "Er ist der einzige, der mit einem Schlag die Lichter ausknipsen kann."

Drei lange Jahre hat Wladimir Klitschko auf die Chance zur Revanche gegen den US-Amerikaner Lamon Brewster gewartet. Am Samstag (ab 22.25 Uhr) ist es soweit, die Schmach der Pleite gegen Brewster soll mit einem spektakulären Kampf aus dem Kopf gestrichen werden. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) äußert sich Klitschkos Trainer Emanuel Steward über seinen Schützling.

sid: "Emanuel Steward, am Samstag kann Wladimir Klitschko Revanche für die Niederlage gegen Lamon Brewster nehmen. In welcher Verfassung sehen Sie den Weltmeister?"

Emanuel Steward: "Wladimir ist physisch wie immer in einem hervorragenden Zustand. Und auch psychisch sehe ich keine Probleme. Er hat nie sein Selbstvertrauen verloren."

sid: "Wladimir hat die Niederlage seit mehr als drei Jahren im Kopf. Beschreiben Sie bitte die Bedeutung dieses Fights."

Steward: "Wir leben seit drei Jahren mit diesem Erlebnis. Wir können uns immer noch nicht richtig erklären, wie es dazu kommen konnte. Eigentlich war Wladimir damals in Las Vegas alles andere als hoffnungslos unterlegen. Er war am Anfang der bessere Mann, aber nach der zweiten Runde verließen ihn plötzlich die Kräfte. Wir sind nach dem Fight sofort ins Krankenhaus. Die Ärzte erzählten, dass mit seinen Blutwerten irgendwas nicht stimme. Ich fragte sie aber immer wieder: "Was ist mit seinem Kopf? Hat er dort Schaden genommen?" Die Ärzte sagten: "Nein, da ist alles in Ordnung". Wladimir hat uns damals vom Krankenhaus noch nach Hause gefahren."

sid: "Seitdem sind sechs Kämpfe vergangen, alles überzeugende Siege. Wie lautet Ihr Zwischenfazit? Hat Wladimir alles verdaut?"

Steward: "Die Fakten sprechen für sich selbst. Er hat sich den jeweils besten Kämpfern in der Rangliste gestellt. Als dritten Gegner nach dem Brewster-Kampf hat er Samuel Peter ausgewählt. Da haben wir ihn noch gefragt:"Willst du das wirklich?". Alle Fights seitdem hat er überzeugend gewonnen und sich weiterentwickelt. Trotzdem sagen die Leute immer wieder: "Ja, aber da war doch die Niederlage gegen Brewster.""

sid: "Ist ein Sieg in der Revanche gegen Brewster der Durchbruch für Wladimir?"

Steward: "Das ist schon sein 52. Kampf, er hat seine beste Zeit noch vor sich. Ich glaube nicht, dass irgendein Schwergewichtler derzeit und in näherer Zukunft seine Klasse hat. Wladimir ist der einzige Schwergewichtler mit einer perfekten Balance. Er kann sich bewegen wie einst Muhammad Ali. Und er ist der einzige, der in einem hell erleuchteten Raum mit einem Schlag die Lichter ausknipsen kann. Ich sehe niemanden, der ihn schlagen kann."

sid: "Dann ist ein Sieg gegen Brewster eigentlich nur Formsache?"

Steward: "Lamon ist ein unnachgiebiger Puncher, ein Mann der alten Schule mit Knockout-Power in beiden Fäusten. Und Brewster gibt nie auf. Nur er könnte Wladimir gefährlich werden."

© SID

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