Boxen WM
Stunde der Wahrheit für Regina Halmich

Heute Abend tritt Box-Weltmeisterin Regina Halmich in Magdeburg gegen die US-Amerikanerin Elena Reid an. Vor etwas mehr als einem Jahr stand Halmich gegen eben diese Gegnerin am Rande der Niederlage.

Regina Halmich will nicht mehr lange im Ring stehen. "Mit 30 werde ich nicht mehr in den Ring steigen", hat Deutschlands beste und bekannteste Profiboxerin zuletzt verkündet. Gut möglich also, dass die 29-Jährige am heutigen Samstag (22.00 Uhr/live im ZDF) im WM-Kampf im Fliegengewicht in Magdeburg gegen Elena Reid (USA) ihre Abschiedsvorstellung gibt. Sie weiß es wohl selbst noch nicht.

Sie blickt noch nicht über diesen Kampf in der Bördelandhalle hinaus, die sie von Sven Ottke als "Wohnzimmer"übernommen hat. Seit über einem Jahr gilt ihr Fokus diesem Rematch gegen die US-Amerikanerin, gegen die sie am 11. September 2004 in Karlsruhe nach einer ganz schwachen Vorstellung von den Punktrichtern in einem Skandalurteil ein Unentschieden geschenkt bekam. Der einzige Makel in einer Karriere mit inzwischen 50 Kämpfen und nur einer Niederlage.

Halmich hochmotiviert

"Dieser Kampf kickt besonders. Ich war mit dem ersten Kampf nicht zufrieden, deshalb stelle ich mich Elena Reid noch einmal", erklärt Regina Halmich. Dafür hat sie sich im Gym gequält wie noch nie, hat sich von Trainer Torsten Schmitz schinden lassen, um auch körperlich top fit zu sein. "Das ist die tollste Motivation, wenn man einen Gegner vor sich hat, gegen den es mal nicht so toll gelaufen ist", sagt Schmitz.

Reid kommt eigentlich aus einer höheren Gewichtsklasse und hat damit Halmich physisch einiges entgegenzusetzen. Sie will ihre WM-Chance unbedingt nutzen, um sich selbst im umkämpften Boxgeschäft in den USA mit einem Gürtel besser zu vermarkten. "Ich habe schon beim ersten Mal klar gewonnen", erklärt die 24-Jährige: "Ich werde Regina auch dieses Mal klar im Griff haben, ich bin seitdem noch besser geworden."

Jetzt naht also die Stunde der Wahrheit. Dabei erträgt Halmich den Rummel in Magdeburg mit großer Professionalität. Von einem TV-Termin zum nächsten Radiogespräch zur letzten Pressekonferenz ist sie rumgereicht worden. Hat nach dem Showtraining am Mittwoch noch 90 Minuten Autogramme geschrieben. Die blonde Karlsruherin ist derzeit Deutschlands größter Star im Ringgeviert, über 20 Mill. Zuschauer haben ihre letzten drei Fights in diesem Jahr im Fernsehen verfolgt.

Neue Hoffnung Ina Menzer boxt im Vorprogramm

Für Promotor Klaus-Peter Kohl und das ZDF wäre eine Niederlage gegen Reid ein weiterer schwerer Rückschlag. In den letzten Monaten sind bereits die Klitschkos abgewandert, Dariusz Michalczewski hat seine Karriere beendet, Luan Krasniqi und Thomas Ullrich verloren ihre WM-Kämpfe, und Felix Sturm ist verletzt. Auch deshalb baut Kohl bereits die blonde Gladbacherin Ina Menzer als mögliche Nachfolgerin für Halmich auf. Die 25-Jährige verteidigt in Magdeburg ihren WM-Titel im Federgewicht erstmals gegen Galina Gumliiska aus Bulgarien.

© SID

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