Boxen WM
Sturm auf Versöhnungskurs mit Hamburger Publikum

Nachdem Felix Sturm am 11. März nach seinem Sieg in der Hamburger Colorline Arena ausgebuht worden war, will er dem Publikum diesmal einiges beweisen. Heute trifft der Leverkusener dort auf den Spanier Xavier Castillejo.

Am 11. März hat Felix Sturm in der Hamburger Colorline Arena mit seinem souveränen Punktsieg gegen Maselino Masoe (Neuseeland) den Weltmeistertitel der WBA im Mittelgewicht gewonnen. Statt den Sieger zu feiern, buhte ihn das Publikum damals jedoch aus. "Ich will noch etwas richtigstellen", erklärt der Leverkusener die heutige Rückkehr in die Hansestadt zu seiner ersten Titelverteidigung (22.00 Uhr/live im ZDF) gegen den Spanier Xavier Castillejo.

Geflitzt war er damals in der letzten Runde, hatte bereits jubelnd die Arme erhoben, sich aber nicht mehr zum Kampf gestellt. Drei Minuten Dauerlauf im Ringgeviert - das trübte den Eindruck einer taktischen und kämpferischen Glanzleistung, das brachte das Volk auf die Barrikaden. "Ich habe zwar alles umgesetzt", sagt Sturm: "Aber vielleicht sind meine Emotionen falsch interpretiert worden."

Kohl will Robbie Williams an den Ring locken

Wiedergutmachung also und Versöhnung stehen an. Deshalb hat Promotor Klaus-Peter Kohl den Kampf wieder in der Hansestadt angesetzt. Am liebsten würde er noch einen echten Superstar in der Halle begrüßen. Robbie Williams singt nur etwa 500 Meter Luftlinie entfernt auf einer Trabrennbahn, muss sein Konzert aus Lärmschutzgründen aber bis 22.00 Uhr beenden. "Er kann dann ja noch rüberkommen", meinte Sturm: "In der Ringecke ist noch ein Plätzchen frei."

Sturm wollte wieder in Hamburg in den Ring steigen, wo er bei Michael Timm trainiert und deshalb fast so viel Zeit verbringt wie daheim am Rhein. "Es war mein Wunsch, wieder hier zu boxen, ich will den Fans zeigen, was in mir steckt", sagt er. Der erfahrene Castillejo könnte dafür der richtige Gegner sein. Schon 38 Jahre alt, Profi seit 1988, die besten Tage liegen etwas zurück. Zwischen 1999 und 2001 war er Weltmeister im Halbschwergewicht der WBC, dann verlor er diesen Gürtel nach Punkten gegen Oscar de la Hoya.

Sechs Niederlagen gegen 60 Siege

Inzwischen wird Castillejo nur noch auf Platz 38 der unabhängigen Computerrangliste geführt, aber bei 60 Siegen mit 40 Knockouts und sechs Niederlagen ist die Bilanz immer noch vortrefflich. "Ich bin hergekommen, um wieder Weltmeister zu werden", kündigte der Spanier natürlich an: "Alles andere zählt nicht."

Für Sturm geht es um viel mehr, schließlich steht er in einem Fernduell mit dem schlagstarken IBF-Champion Arthur Abraham, dem in Berlin lebenden Armenier aus dem Sauerlandstall. Wer ist denn nun der beste Mittelgewichtler in Deutschland? Auf ein (Schein?)-Angebot über eine Million Euro für ein direktes Duell ist Sturm jedenfalls nicht eingegangen, dennoch lautet sein Anspruch: "Ich will der Beste werden." Und das Publikum soll ihn entsprechend bejubeln, bitteschön.

Zumal im Vorprogramm bereits ein "Leckerbissen" für Fachleute erwartet wird. Der schnelle und technisch beschlagene Bantamgewichtsweltmeister (WBA) Felix Sidorenko (Ukraine) verteidigt seinen Titel gegen den Thai Poonsawat Kratingdaengym. Da kann man dem Ringsprecher nur viel Glück wünschen.

© SID

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