Boxen WM
Sturm bezwingt Griffin klar nach Punkten

Felix Sturm bleibt Mittelgewichtsweltmeister der WBA. Der Leverkusener feierte gegen Herausforder Randy Griffin einen ungefährdeten Punktsieg. Nun wartet Sebastian Sylvester.

Felix Sturm hat sich einen Namen im Box-Geschäft gemacht. Durch seinen Punktsieg über den US-Amerikaner Randy Griffin im Kampf um den WM-Titel des Verbandes WBA hat der 29 Jahre alte Leverkusener bewiesen, dass er zu den absoluten Topleuten im Mittelgewicht gehört. "Das war mein bester Kampf nach dem Fight gegen Oscar de la Hoya", sagte er. Die Scharte vom Unentschieden im ersten Treffen mit Griffin im Oktober ist ausgewetzt. "Er hat gezeigt, dass er zu Recht Weltmeister ist, erklärte Trainer Michael Timm, "er hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben."

Gegenüber seinem deutschen Kontrahenten und IBF-Weltmeister Arthur Abraham hat der Leverkusener allerdings den Nachteil, über weniger Schlagkraft zu verfügen. Der Berliner hätte Griffin spätestens bei drei Volltreffern in der elften Runde ausgeknockt. "Arthur und Kelly Pavlik sind der Maßstab", sagte Sturm, "wer die Nummer eins werden will, muss gegen sie boxen. Ein Turnier wäre super."

Duell Abraham gegen Pavlik wahrscheinlich

Dagegen stehen allerdings die Promoter-Interessen. Das deutsche Duell mit Abraham ist kaum vorstellbar. "Der Kampf gegen Pavlik ist leichter zu finanzieren", sagte Manager Klaus-Peter Kohl, "da hat man noch Fernsehgeld von HBO dabei." Abrahams Promoter Wilfried Sauerland verhandelt zwar schon mit dem Management des WBC/WBO-Champions und US-Superstars Pavlik, möglicherweise ist aber gerade die größere K.o.-Quote von Abraham ein Argument für Sturm. "Pavlik wird bis auf den Mond laufen um nicht gegen Abraham boxen zu müssen", sagte ein amerikanischer Box-Experte.

Beweglich, aktiv, immer wieder mit der starken linken Führhand punktend, Körper-Kopf-Kombinationen und einige Volltreffer mit der Rechten - Sturm dominierte den Großteil des Kampfes gegen Griffin. Das 3:0 Punkturteil (116:113, 116:112, 118:110) ging völlig in Ordnung, auch wenn der Verlierer klagte: "Dieser Kampf war viel näher am Unentschieden als der erste. Ich hoffe auf eine dritte Chance."

Sylvester muss gegen Sturm kämpfen

Aber die wird es nicht geben. Als sich Sturm von den 5 500 Zuschauern bejubeln ließ, applaudierte auch Sebastian Sylvester. Der Europameister aus Greifswald ist von der WBA zum nächsten Pflichtherausforderer bestimmt worden. Binnen 120 Tagen muss der Kampf stattfinden. "Ich bin nicht beeindruckt", sagte der 27-Jährige, "Griffin hat den Fehler gemacht, dass er Adnan seinen Stil hat boxen lassen, statt ihn unter Druck zu setzen."

Konsequent nennen Sylvester und sein Management vom "Wiking Box-Team" den gebürtigen Bosnier mit deutschem Pass bei seinem Geburtsnamen Adnan Catic. Bis an die Grenze des Nationalismus betonen die Vorpommern die Herkunft von Sturms Familie. Das führte nun auch zu einem geschmacklosen "Karikaturen-Streit" mit als Anzeigen bezahlten Zeichnungen im Fachblatt Box-Sport. "Stürmchen" wurde dort vor Angst zitternd mit einer Meister-Schärpe dargestellt, auf der "Made in Bosnia" steht.

Angeheizte Stimmung zwischen Sturm und Sylvester

Der ein oder andere im Publikum glaubte, eine obszöne Geste von Sturm in Richtung Sylvester gesehen zu haben, als der Weltmeister nach dem Fight auf den Seilen stand. Die Stimmung jedenfalls ist bereits angeheizt. "Für Deutschland ist das ein interessanter Kampf", sagte Sturm, "meine Ambitionen sind aber höher. Ich möchte gegen die Besten der Welt boxen."

© SID

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