Boxen WM
Sturms WM-Kampf gegen Castillejo gerettet

Felix Sturm wird nun doch wie vorgesehen am 28. April in Oberhausen gegen den spanischen Titelverteidiger Javier Castillejo um die WBA-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht boxen

Nur gut 80 Minuten nach der Kampfabsage folgte die Rolle rückwärts: Felix Sturm wird nun doch wie vorgesehen am 28. April in Oberhausen gegen den spanischen Titelverteidiger Javier Castillejo um die WBA-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht boxen. Wegen finanzieller Nachforderungen des Leverkuseners war der Kampf am Freitagnachmittag zunächst von der Universum Box-Promotion gestrichen worden.

Um 13.08 Uhr war der Fight zunächst geplatzt, in dem Sturm die Chance erhalten sollte, den am 15. Juli 2006 in Hamburg durch eine K.o.-Niederlage gegen Castillejo verlorenen WM-Gürtel zurückzugewinnen. "Seine neuen finanziellen Nachforderungen können von der Universum-Geschäftsführung nicht akzeptiert werden", teilte Universum mit. Sturm sei nicht mehr bereit, zu den vorher vereinbarten Konditionen in den Ring zu steigen.

Differenzen kurzfristig ausgeräumt

Danach müssen die Satellitenleitungen gebrummt haben zwischen Hamburg und Usbekistan, wo Universum-Boss Klaus-Peter Kohl zur Zeit mit seinem neuen Schwergewichts-Weltmeister Ruslan Tschagajew gefeiert wird. Um 14.25 Uhr jedenfalls war alles wieder gut und als Verursacher des Chaos wurden offenbar die Vertreter von Sturm ausgemacht: Die "Differenzen mit den Beratern" wurden "kurzfristig ausgeräumt".

Die Rolle des schwarzen Peters ist also verteilt, und nicht der 28 Jahre alte Faustkämpfer ist der Böse. Kohl teilte dementsprechend auch mit: "Ich habe nie geglaubt, dass Felix Sturm nicht boxen würde. Felix hat uns in der Vergangenheit oft genug seine Zuverlässigkeit bewiesen."

Ob Universum doch nachgegeben hat oder Sturm beziehungsweise seinen Beratern mit massiven Schadensersatzforderungen gedroht wurde, oder ob einfach die Vernunft gesiegt hat oder ein Kompromiss gefunden wurde, wird ein Geheimnis zwischen den Beteiligten bleiben. Eines ist aber auf jeden Fall klar: "Jede Absage ist tödlich", wie Matchmaker Jean-Marcel Nartz meint.

Und natürlich wären die Folgen unabsehbar gewesen. Sturm ist als der Hauptkämpfer für die Live-Übertragung aus Oberhausen im ZDF vorgesehen. Die beiden weiteren WM-Kämpfe an diesem Abend zwischen dem Kroaten Stipe Drews und Silvio Branco aus Italien im Halbschwergewicht sowie im Federgewicht zwischen Ina Menzer (Mönchengladbach) und Maria Andrea Miranda aus Kolumbien haben für das TV längst nicht die gleiche Anziehungskraft.

© SID

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