Boxen WM
Sylvester geht selbstbewusst in WM-Kampf

Sebastian Sylvester will gegen Giovanni Lorenzo den vakanten WM-Gürtel im Mittelgewicht holen. "Ich werde gewinnen", kündigt der 29 Jahre alte "Hurrikan" selbstbewusst an.

Artur Abraham hat den Weg freigemacht, jetzt bläst der "Hurrikan" zum Angriff auf den Box-Thron: Sebastian Sylvester will heute (ab 23.00 Uhr live in der ARD) im Kampf um den vakanten WM-Titel im Mittelgewicht gegen Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik den Gürtel des ins Supermittelgewicht gewechselten Berliners Abraham holen.

"Ich werde gewinnen", sagt Sebastian Sylvester und lässt keinen Zweifel daran, dass er vor 5 000 Zuschauern im ausverkauften Jahnsportforum von Neubrandenburg zum Nachfolger von "König Artur" gekrönt wird. Die Begründung des 29-Jährigen für seinen Optimismus: "Wir haben elf Wochen lang knallhartes Training durchgezogen. Ich fühle mich fit." Sylvesters neuer Trainer Karsten Röwer bestätigt: "Er ist hervorragend eingestellt und für Lorenzo bereit."

Erste WM-Chance gegen Felix Sturm vergeben

Bei seinem ersten Griff auf die WM-Krone war Sylvester Anfang November 2008 am deutschen WBA-Weltmeister Felix Sturm eindeutig nach Punkten gescheitert. Danach hatte sich Sylvester von seinem Wiking-Boxteam getrennt und beim größeren Stall von Wilfried Sauerland angeheuert.

Nach der Pleite des "Hurrikans" gegen Sturm folgten zwei Kämpfe um die Internationale Meisterschaft der IBF, mit denen Sylvester seine Bilanz auf 31 Siege in 34 Profikämpfen ausbaute. Im März boxte er gegen den Italiener Gaetano Nespro (K.o. in Runde 7) und im Juni gegen den US-Amerikaner Lajuan Simon (Punktsieg). Damit schob sich Sylvester in der IBF-Rangliste auf Platz zwei hinter Giovanni Lorenzo und qualifizierte sich so für den Fight um die vakante WM.

Lorenzo zehn Zentimeter größer als Sylvester

Doch auf seinem Weg zum Triumph wird Sebastian Sylvester kräftigen Gegenwind spüren, denn Gegner Giovanni Lorenzo kommt mit einer eindrucksvollen Bilanz nach Deutschland. Von 27 Kämpfen hat der 28-Jährige nur einen verloren, dafür 19 vorzeitig gewonnen. Zudem ist er zehn Zentimeter größer als sein Gegner, was ihm Vorteile bei der Reichweite verschafft.

"Der Kampf wird nicht über die Runden gehen", kündigte Lorenzos Trainer Rafael Farrait an, der seit sechs Jahren mit seinem Schützling arbeitet. Dieser habe manchmal einen Dickkopf wie ein stures Pferd, so Farrait, "doch dafür hat er einen unglaublichen Dampf in den Fäusten, die dazu noch äußerst schnell sind".

Temperamentvoll ist Giovanni Lorenzo auch, davon konnte sich Sylvester bereits ein Bild machen. Als bei der Pressekonferenz zum Kampf Bilder von Sylvesters K.o.-Sieg gegen den 40 Jahre alten Spanier Javier Castillejo gezeigt wurden, schimpfte Lorenzo: "Ich weiß nicht, was das soll. Warum werden Bilder vom Castillejo-K.o. gezeigt? Was soll das? Da boxt ein junger Boxer gegen einen alten Mann", ereiferte er sich und fügte an: "Sylvester hat bisher nur gegen alte Männer und schwache Italiener geboxt. Jetzt wird er es mit einem jungen Gegner zu tun bekommen, der ihn schlagen wird."

© SID

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