Boxen WM: Urkal und Stieglitz haben nur ein Ziel

Boxen WM
Urkal und Stieglitz haben nur ein Ziel

In der Nacht zum Sonntag boxen der Berliner Türke Oktay Urkal und der in Magdeburg lebende Russland-Deutsche Robert Stieglitz um die WM. Urkal tritt gegen Miguel Angel Cotto an, Stieglitz trifft auf Alejandro Berrio.

Das gleiche Ziel vor Augen, aber 7 600 Kilometer und fünf Zeitzonen voneinander entfernt: Sowohl der Berliner Türke Oktay Urkal als auch der in Magdeburg lebende Russland-Deutsche Robert Stieglitz boxen in der Nacht zum Sonntag um die Weltmeisterschaft.

Für den 37 Jahre alten Urkal ist es bereits der vierte Versuch, sich den Gürtel zu sichern. Er tritt im Weltergewicht um den Titel der WBA als krasser Außenseiter in San Juan (Puerto Rico) gegen den einheimischen Topstar Miguel Angel Cotto an. Stieglitz feiert in Rostock hingegen seine WM-Premiere. Der 25-Jährige geht als Favorit in das Duell im Supermittelgewicht um den vakanten IBF-Gürtel gegen den Kolumbianer Alejandro Berrio.

Urkal: "Im Boxen ist alles möglich"

"Wenn ich Weltmeister werde, würde ich bei der Landung in Berlin den Gürtel aus dem Cockpit halten", kündigte Urkal an. Es wäre das unwahrscheinliche Happy End eines langen Weges von inzwischen 41 Profikämpfen in über zehn Jahren. "Im Boxen ist alles möglich. Es wird meine letzte Chance sein, ich bin top vorbereitet. Ich werde eine gute Leistung zeigen", meinte der Olympiazweite von 1996, dessen Fight am Sonntag ab 09.00 Uhr beim MDR in einer Aufzeichung zu sehen sein wird.

Der Schützling von Trainer Ulli Wegner hofft ein klein wenig darauf, von Cotto unterschätzt zu werden. Die Pflichtverteidigung gegen Urkal, einst auch als "Ali von Kreuzberg" bekannt, ist für den in 28 Kämpfen ungeschlagenen 26-Jährigen nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zu einem fetten Zahltag. Am 9. Juni will der Latino-Star Cotto im Madison Square Garden von New York gegen Zab Judah (USA) antreten, da darf für ihn im Coliseo Roberto Clemente in San Juan nichts schiefgehen.

"Mal ehrlich, wenn er mich unterschätzt, kann das nur gut für mich sein", sagt Urkal. Auch in seinen WM-Kämpfen gegen Kostja Tszyu (Juni 2001) und Vivian Harris (April 2004) hielt er als krasser Außenseiter glänzend mit. Nur beim Re-Match gegen Harris im Oktober 2004 war er eindeutig unterlegen. "Ich habe hier nichts zu verlieren", erklärt Urkal, "auf Cotto lastet dagegen auch wegen des einheimischen Publikums enormer Druck."

Nobody Stieglitz noch unbezwungen

Ganz anderen Druck verspürt Stieglitz. Denn der in 29 Kämpfen noch nicht bezwungene 25-Jährige steht bei Manager Ulf Steinforth unter Vertrag und boxt bei der Veranstaltung von Wilfried Sauerland in Rostock quasi zur "Untermiete". Und muss deshalb im Hauptkampf des Abends und in der Live-Übertragung der ARD dem Greifswalder Sebastian Sylvester den Vortritt lassen, der gegen den Italiener Alesio Furlan um die sportlich weit weniger bedeutende Europameisterschaft im Mittelgewicht antritt.

"Wenn Sauerland veranstaltet ist das nicht anders zu erwarten", schimpfte Stieglitz Trainer Werner Kirsch. Doch der im russischen Ejsk als Sergej Stieglitz geborene Faustkämpfer leidet eben unter seinem geringen Bekanntheitsgrad. Selbst sein Traum vom Titelkampf als Pflichtherausforderer gegen den alles überragenden Mittelgewichtschampion Joe Calzaghe ist deshalb geplatzt: "Stieglitz kennt kein Mensch", meinte der Waliser und legte den IBF-Gürtel lieber nieder als ihn gegen den Nobody aus Magdeburg zu verteidigen.

© SID

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