Boxen WM
Verletzter Klitschko sagt Titelverteidigung ab

Zunächst war unklar, wie schwer die Trainingsverletzung von Witali Klitschko ist. Doch jetzt steht fest: Der WBC-Schwergewichts-Champion muss seine für den 12. November geplante Titelverteidigung absagen.

Witali Klitschko bleibt vom Pech verfolg und muss sein Comeback in den Ring weiter verschieben. Der Box-Weltmeister musste seine für kommenden Samstag in Las Vegas geplante Titelverteidigung gegen US-Herausforderer Hasim Rahman wegen einer Meniskusverletzung im rechten Knie erneut absagen. Stattdessen wird sich der Ukrainer in den kommenden Tagen zum zweiten Mal in diesem Jahr einem Eingriff unterziehen. Schon im April war das mit Spannung erwartete Schwergewichtsduell des Boxverbandes WBC nach einer Rückenoperation bei Klitschko verschoben worden.

Auf der Klitschko-Webseite zeigte am Samstagabend noch ein Sekundenzähler die Zeit bis zum vermeintlichen Kampfbeginn an, dabei war die Uhr für den Showdown der beiden derzeit wohl besten Schwergewichtler längst abgelaufen. Zwei Tage zuvor hatte der Wahl-Kalifornier in seinem Trainingslager in Los Angeles in der achten von zehn Sparringsrunden ohne Fremdeinwirkung das Knie verdreht und damit einen verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit gestartet. "Ich hatte unheimliche Schmerzen, doch irgendwie geisterte mir immer wieder ein altes Sprichwort durch den Kopf: die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Klitschko im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Klitschko resigniert: "Ich habe die Schnauze voll"

Eine Spezialmanschette vom Mannschaftsarzt der Los Angeles Lakers, Dr. Tony Daly, schien das lädierte Knie zunächst zu stabilisieren. Doch eine am Freitagmorgen durchgeführte Kernspintomografie deckte das wahre Ausmaß der Schäden auf. Lädierter Meniskus, selbst ein Anriss des Kreuzbandes sei nicht auszuschließen. Die endgültige Diagnose erhält Klitschko in der zweiten Wochenhälfte vom Knie-Spezialisten Dr. Richard Steadman (Vail/Colorado), der zufälligerweise im gleichen Zeitraum von Klitschkos Hamburger Hausarzt Dr. Bernd Kabelka besucht wird.

Dass Box-Promoter Bob Arum bereits Ende der Woche einen neuen Kampftermin bekannt geben will, konnte den unfreiwilligen Hauptdarsteller nicht trösten. "Ich habe die Schnauze voll. Es ist unglaublich frustrierend, dass mir das schon wieder passiert. 140 Runden Sparring und zehn Wochen harte Arbeit waren umsonst. Vor allem tut es mir um die 15 000 Fans Leid, die Tickets für den Fight gekauft haben."

Auch Klitschkos Coach Fritz Sdunek ließ seinem Frust freien Lauf: "Das Drama nimmt kein Ende. Aber wer gesehen hat, wie die Verletzung passierte, muss Verständnis für die Absage haben. Boxer haben einen völlig anderen Bewegungsablauf als beispielsweise Basketballer. Eine Kniemanschette hätte nicht geholfen."

Don King geht in die Offensive

Während sich Rahman, der seinen Gegner schon nach der ersten Absage als "Feigling" abgestempelt hatte, bis zum Samstagabend jeglichen Kommentars enthielt, ging sein Promoter Don King gewohnt brachial in die Offensive. Klitschko hätte Formschwächen und wäre selbst beim Sparring niedergeschlagen worden, läutete der Mann mit der Steckdosenfrisur die erste Runde der nun mit Sicherheit anstehenden Diskussion um dessen Reputation ein.

Klitschkos PR-Manager Bernd Boente konterte eiskalt: "Witali ist kein Abräumer. Er hätte mit Manschette boxen können, wäre in der dritten Runde ausgestiegen und hätte 7,8 Mill. Dollar kassiert. Aber so was macht er nicht." Klitschko selbst, der letztmals am 11. Dezember letzten Jahres gegen Danny Williams im Ring stand, nahm es gelassen: "Auf solch ein Niveau bewege ich mich nicht herunter. Ich schaue nach vorne und will möglichst schnell wieder kämpfen."

© SID

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