Boxen WM
Walujew fordert Ruiz im Kampf um die WM-Krone

Nikolai Walujew tritt heute in der Berliner Max-Schmeling-Halle in den Ring. Gegen den US-Amerikaner John Ruiz kämpft der "Box-Riese" um den WM-Titel im Schwergewicht.

Zweimal bereitete er sich in den vergangenen Monaten vergeblich auf einen WM-Kampf vor, jetzt will er sich im dritten Anlauf endlich den WM-Gürtel holen: Der 2,13m große Box-Hüne Nikolai Walujew fiebert dem WM-Kampf im Schwergewicht am heutigen Samstag (22.55 Uhr/live in der ARD) gegen den US-Amerikaner John Ruiz in der Berliner Max-Schmeling-Halle entgegen.

Sieger tritt gegen Tschagajew an

Ende Mai und Anfang Juli wollte Walujew dem Usbeken Ruslan Tschagajew den Titel nach Version der WBA abnehmen, doch jedes Mal sagte Tschagajew verletzungsbedingt ab. Die WBA entschied daraufhin, dass Walujew gegen Ruiz um den vakanten Titel boxen dürfe, der Sieger des Duells soll bis Juni 2009 dann gegen Tschagajew antreten.

Statt gegen Tschagajew will Walujew nun gegen Ruiz beweisen, dass er nicht nur wegen seiner Größenvorteile ein guter Boxer ist. "Ich bin viel stärker als früher und werde vorzeitig gegen Ruiz gewinnen", sagte der Ex-Champion, der vor dem Kampf nur so vor Selbstvertrauen strotzte: "Ich habe eine sehr lange Vorbereitung hinter mir. Es würde viel zu lange dauern, wenn ich alle positiven Veränderungen aufzählen wollte."

Aus der überraschenden WM-Niederlage von 2007 gegen Tschagajew hat der Russen-Riese seine Konsequenzen gezogen. Er engagierte Alexander Zimin als Trainer, und der neue Coach brachte ihn auf WM-Kurs. "Niki ist ein völlig neuer Boxer geworden. Er hat fünf Kilo abgenommen, dadurch ist seine Beweglichkeit weitaus besser", sagte Zimin.

"Nikolai schlägt schneller, härter und genauer"

Ins offene Messer will Walujew jedoch nicht laufen. Trotz seiner enormen Größenvorteile geht der Ex-Champion keineswegs überheblich in den Ring: "Ich muss Ruiz auf Distanz halten. Er boxt jetzt einen anderen Stil als früher, er klammert weniger und ist offensiver", urteilt Walujew. Und Trainer Zimin hat den vielleicht entscheidenden Vorteil erkannt: "Nikolai schlägt schneller, härter und genauer. Früher waren seine Schläge meist nur Stöße."

Doch auch Gegner John Ruiz leidet nicht unter mangelndem Selbstvertrauen: "Dieses Mall fälle ich Walujew", tönte der 36 Jahre alte US-Amerikaner. Noch nicht vergessen hat Ruiz die bittere Niederlage gegen Walujew im Dezember 2005 ebenfalls in der Schmeling-Halle, als er dem Russen in seinen Augen unverdient den Titel nach Punkten überlassen musste.

"Ich selbst sah mich damals als Sieger. Jetzt bin ich in Deutschland, um mir den Titel wiederzuholen", sagt Ruiz. Nach der schmerzlichen Niederlage hat der US-Boxer den Trainer gewechselt und vertraut den Künsten von Manny Siaca Sr. "Am Samstag werden sich die beiden besten Schwergewichtler der Welt im Ring zeigen. Doch dieses Mal wird der Ausgang des Kampfes anders sein als 2005. John Ruiz wird Weltmeister", sagt Siaca Sr.

Don King, Promoter von Ruiz, sprach vom "Kampf des Jahres" und erwartet einen heißen Fight: "John kommt, um zu gewinnen", sagte der legendäre Promoter, der bereits Box-Idol Muhammad Ali betreut hat: "Die Augen der Welt werden auf Berlin gerichtet sein. Wir können eine Menge erwarten."

© SID

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