Boxen WM
Weltmeister Walujew schielt auf US-Markt

Der russische Schwergewichts-Weltmeister Nikolai Walujew ist nur einen Schritt von den "Fleischtöpfen" des US-Markts entfernt. Voraussetzung ist heute Abend in Hannover die Titelverteidigung gegen Owen Beck aus Jamaika.

Der US-Markt lockt schon verführerisch, doch heute Abend (ab 22 Uhr/live in der ARD) muss für Schwergewichts-Weltmeister Nikolai Walujew erst noch ein Sieg auf europäischem Boden her. Der Russe verteidigt den Schwergewichts-Titel des Weltverbandes WBA in Hannover gegen den Jamaikaner Owen Beck und kann im Erfolgsfall in Gedanken bereits die Dollars auf dem lukrativen US-Markt zählen. Sein nächster Kampf im Herbst ist bereits im Box-Mekka Amerika geplant.

In Zeiten, in denen es außer IBF-Champion Wladimir Klitschko keinen sportlich herausragenden Schwergewichtler mehr gibt, muss die außergewöhnliche Körpergröße des 2,13 Meter langen und 145 Kilo schweren St. Petersburgers als Attraktion für das zahlungskräftige Pay-TV-Publikum herhalten. Der stets lukrative Geschäfte witternde Star-Promoter Don King hat sich deshalb bereits die Hälfte der Vermarktungsrechte an Walujew gesichert. "Nikolai ist das achte Weltwunder, das Empire State Building", tönte King.

King baut auf "The Beast from the East"

Als "Beast from the East" wird der sensible Russe deshalb mit einem martialischen Kampfnamen in den USA vermarktet. Eine Art Ivan Drago in echt eben. Schon deshalb wird der 26 Zentimeter kleinere Owen Beck keine realistische Chance auf eine Überraschung haben. Der 30 Jahre alte Jamaikaner, der zwei seiner letzten drei Fights verlor, wird von Kings Stiefsohn Carl promotet. Alles eine Familienangelegenheit, bei der King immer gewinnt.

So war es auch, als Walujew durch ein Skandalurteil am 17. Dezember gegen Titelverteidiger John Ruiz den WM-Gürtel gewann. Auch Ruiz stand bei King unter Vertrag, galt aber als langweilig und ließ sich in den USA nicht mehr einträglich verkaufen. Also wechselte King die Front. Er handelte einfach als Bedingung für den WM-Kampf in Berlin bei Walujew-Promoter Wilfried Sauerland eine 50-prozentige Beteiligung an den nächsten vier Kämpfen des neuen Titelträgers aus.

Walujew sollte eigentlich bereits im April in den Ring steigen, musste den Kampf aber wegen Komplikationen nach einer Knieoperation verschieben. "Jetzt aber fühle ich mich topfit", sagte Walujew: "Die erste Titelverteidigung ist sehr wichtig für mich." In 44 Kämpfen ist er ungeschlagen, Wirkungstreffer der Gegner prallen einfach an ihm ab. "Ich habe noch nie einen erlebt, der so viel wegstecken kann", sagt Sauerlands-Cheftrainer Ulli Wegner, der Walujews Heim-Coach Manuel Gabrilian in der Ecke unterstützen wird.

Europameister Sylvester gegen Asikainen

Direkt vor Walujew steigt Europameister Sebastian Sylvester aus Greifswald zu seiner dritten Titelverteidigung im Mittelgewicht in den Ring. Er kämpft gegen den Finnen Amin Asikainen, auch dieser Fight soll nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach oben sein. Sylvester träumt von einem WM-Kampf gegen den Leverkusener Felix Sturm, sein Coach Hartmut Schröder trommelt schon mal: "Bei dem Kampf würde sich mancher Experte die Augen reiben."

© SID

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