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Boxer Sturm deutlicher Punktsieger gegen Sendra

Mit einem deutlichen Punktsieg über den Spanier Jorge Sendra hat Profiboxer Felix Sturm seine Ambitionen auf einen WM-Kampf unterstrichen. Im kroatischen Pula sahen alle Punktrichter den Leverkusener vorne.

Den Gladiator im Amphitheater von Pula gab er nahezu perfekt, nun ist Felix Sturm wieder reif für die große Bühne Las Vegas. Auf dem Weg zurück zu einem Fight um einen WM-Gürtel ließ sich der ehemalige Profibox-Weltmeister im Mittelgewicht an historischer Stätte nicht aufhalten und besiegte am Samstagabend in der 2000 Jahre alten Arena auf der Halbinsel Istrien den Spanier Jorge Sendra über zwölf Runden eindeutig nach Punkten.

"Natürlich habe ich es gut gemacht", sagte der 26 Jahre alte WBO-Intercontinental-Champion Sturm nach der erfolgreichen Titelverteidigung selbstbewusst zu den Worten seines äußerst zufriedenen Trainers Michael Timm ("Er hat gut geboxt"). Mit jedem Kampf entwickelt sich der lernfähige und -willige Techniker weiter. Sturm arbeitete für den Sendra-Fight mit einem Fitnessberater erfolgreich an seiner Schlagkraft, fast jeder Schlag hatte auch noch im letzten Kampfdrittel hörbar Druck.

Sturm sucht den Infight

Für seine Rückkehr nach Vegas arbeitete Sturm auch an Tugenden, die wichtig für die Bewertung der Punktrichter im Profibox-Mekka und für das Spektakel sind: Der Ex-Champion stellte sich seinem stämmigen, rauhbeinigen und unfairen Gegner ("Er kam mit Kopf und Ellenbogen zuerst") vom ersten Gongschlag an und schöpfte sein ganzes Schlagrepertoire aus. In den Runden eins bis fünf stand er Zehe an Zehe mit seinem Kontrahenten im Infight und löste sich mit für Sendra schmerzhaften linken Kopfhaken und rechten Aufwärtshaken aus der Bedrängnis.

In der Pause zur sechsten Runde erinnerte Trainer Timm seinen "Headhunter" daran, dass es auch den Körper als Trefferfläche gibt. Also streute Sturm Haken auf die kurze Rippe, den Solar Plexus und das Herz mit ein. Als Eisenschädel Sendra dennoch die Luft nicht ausging, "boxte" der Techniker die letzten vier Runden in bewährter Form nach Hause. "Felix hat klug geboxt und den Fight ganz klar gewonnen", meinte ein hochzufriedener Promoter Klaus-Peter Kohl, mahnte seinen derzeit besten Kämpfer aber, künftig "ökonomischer" zu boxen.

WM-Chance bis spätestens 2006

Management und Sturm sind sich einig, dass der nächste Fight nur eine Weltmeisterschaft sein kann, ein weiterer Kampf Marke Sendra bringt den Sohn bosnischer Eltern nicht weiter. "Bis spätestens Anfang 2006 wird er eine neue Chance bekommen", erklärte Klaus-Peter Kohl. Sturm wird bei allen vier großen Verbänden in den Ranglisten ganz oben geführt. "Ich habe den Gürtel nur ausgeliehen", sagte Sturm im Rückblick auf die äußerst umstrittene Punktniederlage im vergangenen Jahr gegen "Golden Boy" Oscar de la Hoya (USA).

Sturms Wunschgegner ist der 40 Jahre alte Vierfach-Titelträger Bernard Hopkins (WBA, WBC, IBF, WBO). Der Rekord-Champion im Mittelgewicht (21 erfolgreiche Titelverteidigungen) setzt seine Gürtel am 16. Juli im MGM-Grand in Las Vegas gegen Landsmann Jermain Taylor aufs Spiel. Und Felix Sturm wird an der Stätte seiner bitteren einzigen Niederlage (24 Siege/11 K.o.) am Ring sitzen und mit seiner Anwesenheit schon mal Druck ausüben.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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