Boxpromoter Sauerland und Kohl
Die Herren des Rings

Mit Henry Maske und Axel Schulz wurde Profiboxen Anfang der Neunziger gesellschaftsfähig, ein Fernsehsport. Zu verdanken ist das den Promotern Sauerland und Kohl: Sie haben Boxen weg von Rotlicht und Radau in die deutschen Wohnzimmer gebracht. Ein Blick hinter die Kulissen.

BERLIN. Wer sich die Bezeichnung „Boxstall“ ausgedacht hat, ist nicht überliefert. Lediglich, dass die Betreiber eines solchen diese Bezeichnung nicht sonderlich schätzen. „Unsere Firma heißt Sauerland Event GmbH“, sagt Wilfried Sauerland, Chef der neben Klaus-Peter Kohls „Universum Box-Promotion“ größten deutschen Vermarktungsfirma von Profi-Boxern und Boxveranstaltungen. Börsennotiert sind beide Unternehmen nicht, und welches höhere Einnahmen generiert, „das kommunizieren wir nicht“, sagt Christof Haverkamp von Universum in Hamburg höflich. Zahlen dürfe er natürlich nicht nennen, erklärt Heiko Mallwitz, Pressechef von Sauerland in Berlin.

Warum eigentlich nicht? Schließlich verdanken die beiden bekanntesten deutschen Promoter ihren Erfolg auch dem Bestreben, das Profiboxen aus der Schmuddelecke zu holen, wo es über Generationen ein Dasein zwischen Rotlicht und Radau fristete. Nach der Wiedervereinigung promotete Sauerland den ersten gesamtdeutschen Sporthelden, Henry Maske. Der trug schon im Beinamen plakativ das Image, das sich auch der Promoter gern auf die Fahnen schreibt: Maske war der „Gentleman“. Mit ihm und mit Axel Schulz wurde Profiboxen Anfang der Neunziger gesellschaftsfähig, ein Fernsehsport. Und mit den Quoten – bis zu 19 Millionen Zuschauer lockte Maske vor die Glotze – kam das Geld.

Die Fernsehlizenzen brachten Sauerland und Kohl zweistellige Millionenbeträge. Kohl war fast zeitgleich mit Sauerland am Markt und präsentierte mit Dariusz Michalczewski nicht nur einen Weltmeister (1994 - 2003) in der gleichen Gewichtsklasse wie Maske, sondern dazu mit den polyglotten und smarten Brüdern Vitali und Wladimir Klitschko auch Publikumslieblinge. Die Ukrainer sind so etwas wie „gefühlte“ Deutsche, beide promovierte Sportwissenschaftler, eloquent, gebildet.

War es zunächst der Privatsender RTL, der sich der Sportart annahm, überträgt mittlerweile die ARD die Kämpfe der Sauerland-Boxer, die von Universum das ZDF. Zahlen sind auch bei den Sendern nicht zu erfahren. „Vertragsinhalte werden nicht öffentlich gemacht“, sagt eine Sprecherin des ZDF. Spekuliert wird über ein Volumen von 25 Mill. Euro pro Jahr für den ersten Vertrag im Jahr 2002 zwischen Kohl und dem Sender.

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