Brandrede vor WM-Abreise
Krupp sieht deutsches Eishockey am Abgrund

Mit einer Brandrede hat sich Nationaltrainer Uwe Krupp kurz vor der Abreise zur Eishockey-WM in Moskau an die Öffentlichkeit gewandt und dem deutschen Eishockey dabei eine düstere Zukunft prognostiziert.

Krupp machte dabei die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) als "Mutter allen Übels" aus. "Wenn wir so weitermachen, fallen wir immer weiter zurück und sind irgendwann ganz vom Bildschirm verschwunden", sagte der ehemalige NHL-Profi. "Die DEL ist eine Superliga für Ausländer, aber dem deutschen Eishockey hilft das nicht."

Der Bundestrainer forderte erneut eine weitere Reduzierung der Legionäre in der DEL und mehr Eiszeit und Verantwortung für die deutschen Nationalspieler. "Beim DEL-Finale zwischen Mannheim und Nürnberg stand ein einziger deutscher Spieler im Rampenlicht, Petr Fical bei Nürnberg. Ansonsten haben nur die Ausländer die Hauptrollen gespielt. Das ist zu wenig", sagte Krupp weiter.

Besonders kritisierte der 41-Jährige die Untätigkeit der Verantwortlichen. "Frustrierend ist das Tempo, in dem etwas geschieht. Wir planen jetzt für 2050", sagte Krupp: "Egal, was besprochen wird, es passiert einfach nichts." Es reiche nicht, nur einen kleinen Aspekt zu verändern, das ändere am Resultat wenig. "Alles geht nur im Schneckentempo, immer wird ein neues Gremium gegründet, und wir ziehen uns Kaffee und Kuchen rein, aber es passiert nichts."

Wenn nicht schnellstens die vorliegenden Vorschläge zur Ausländerreduzierung und zur Verbesserung der Nachwuchsarbeit umgesetzt würden, verliere das deutsche Eishockey im internationalen Vergleich den Anschluss. "Alle anderen Nationen werden immer besser, da halten wir dann nicht mehr mit", sagte Krupp: "So werden wir uns auf Dauer nicht mehr in der A-WM festsetzen können."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%