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Brink Schneider sorgen in Berlin für Überraschung

Bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Berlin ist das Duo Julius Brink/Kjell Schneider nach einem überraschenden Erfolg gegen die Mitfavoriten Markus Dieckmann/Jonas Reckermann ins Viertelfinale eingezogen.

Die erste Überraschung bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Berlin ist perfekt. Nach einem sensationellen Sieg gegen die Goldfavoriten Markus Dieckmann/Jonas Reckermann zog das Außenseiter-Duo Julius Brink und Kjell Schneider ins Viertelfinale am Samstag ein.

Die erste deutsche WM-Medaille der Geschichte ist damit in Reichweite, mit Platz fünf hat das Duo schon das bislang beste WM-Resultat von Ulrike Schmidt/Gudula Staub (1999) eingestellt.

Schoen weiter auf dem Vormarsch

Hobbyspieler Thorsten Schoen steuert derweil weiter auf Goldkurs. Angetrieben von 8 000 begeisterten Fans zog der Bankkaufmann mit seinem Partner Marvin Polte ebenso wie Brink und Kjell Schneider ins Viertelfinale am Samstag ein. Zumindest die erste deutsche WM-Medaille der Geschichte ist damit in Reichweite, mit Platz fünf haben beide Teams schon jetzt das bislang beste deutsche WM-Resultat von Ulrike Schmidt/Gudula Staub (1999) eingestellt.

"Wenn wir so spielen, werden wir Weltmeister. Das ist wie ein Traum, aus dem du nicht mehr aufwachst", erklärte Schoen nach dem vierten Sensationssieg in Folge und schüttelte fassungslos den Kopf: "Jetzt gehe ich erstmal ein Bier trinken. Zum Glück muss mir mein Chef am Wochenende keinen neuen Urlaub mehr geben."

Das nur als Nachrücker gestartete Team siegte nach Abwehr von zwei Matchbällen mit 2:1 (12:21, 23:21, 15:11) gegen die Russen Barsuk/Arkajew. Ein bis zweimal pro Woche trainiert der Amateur Schoen nur, hatte vor Berlin erst zwei Turniere auf Weltniveau gespielt, nun kann er sich an seinem 33. Geburtstag am Samstag in die Geschichtsbücher des Beachvolleyballs schmettern. Arsch oder König

"Das ist unser bestes Ergebnis aller Zeiten. Wenn wir hier eine Medaille holen, laufe ich nackt über die Kieler Woche", meinte Schneider auch mit Blick auf das schon eingespielte Preisgeld von 20 000 Dollar euphorisch: "Wir waren Außenseiter, also konnten wir Arsch oder König spielen."

8 000 Fans auf dem prall gefüllten Centre Court feierten das überraschende 2:0 (26:24, 21:16) gegen die völlig frustrierten Europameister, die im ersten Durchgang einen Satzball vergaben. Nach dem ersten Satz legten die Verlierer sogar offiziellen Protest ein, weil sich Reckermann beim entscheidenden Punkt von einem Kameramann behindert fühlte.

"Er hat mich am Knie berührt. Das war der entscheidende Punkt in diesem Spiel, aber das soll keine Ausrede sein", kommentierte Reckermann. Außerdem gab es eine heftige Auseinandersetzung nach dem Match, weil Brink die Gegner am Netz permanent verbal bearbeitet hatte. "Ich rede da immer irgendwelchen Bullshit. Das ärgert die anderen natürlich, wenn sie verlieren", meinte Brink: "Aber deshalb herrscht kein Krieg zwischen uns."

Dieckmann/Reckermann suchen Chance über die Verliererrunde

Nach zwei siebten Plätzen auf der Weltserie sind Brink/Schneider im Turnier der Überraschungen nun die großen deutschen Medaillenhoffnungen, während Dieckmann/Reckermann ihre Chance über die Verliererrunde suchen müssen.

Dagegen sind die Medaillenkandidaten Christoph Dieckmann/Andreas Scheuerpflug (Berlin) ausgeschieden. Das Duo verlor gegen die Brasilianer Marcio Araujo/Magalhaes mit 0:2 (19:21, 17:21) und belegte Platz 13.

Im Damen-Finale kommt es am Samstag (15.15 Uhr/live in RTL) zum Duell zwischen den Titelverteidigerinnen Kerri Walsh/Misty May (USA) und Franca/Felisberta Silva (Brasilien).

Beachvolleyball-WM zieht Zuschauer an

Wie an den Vortagen war bei schwülwarmen 30 Grad der Platz bestens gefüllt, die Stimmung bei heißer Diskomusik einmalig. "Das ist die beste WM aller Zeiten. Die Stimmung ist außergewöhnlich, selbst die Toiletten sind Weltklasse", erklärte Weltverbandschef Ruben Acosta. Nach dem in letzter Minute abgewendeten WM-Abbruch ist der deutsche Verbandschef Werner von Moltke zudem sicher, dass die mit einem Etat von 2,5 Mill. Euro organisierten Titelkämpfe ein finanzieller Erfolg werden: "Wir werden eine schwarze Null schreiben. Nervlich bin ich nach dem Streik aber noch im roten Bereich."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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