Bronze über 15 Kilometer: Angerer holt erste Langlauf-Medaille

Bronze über 15 Kilometer
Angerer holt erste Langlauf-Medaille

Endlich haben die Langläufer die lange Wartezeit auf eine Medaille beendet. Im 15 Kilometer-Rennen der Herren im klassischen Stil gelang Tobias Angerer der Durchbruch.

HB TURIN. Völlig ausgepowert kam der 28-Jährige ins Ziel; Bundestrainer Jochen Behle ballte die Fäuste. Auf der Anzeigentafel stand, worauf die Langläufer vier lange Rennen zuvor vergeblich warten mussten: Tobias Angerer gewinnt die Bronzemedaille.

Der mit Startnummer 99 als Letzter ins Rennen gegangene Angerer hatte im dichten Schneetreiben schnell begonnen und lag nach 6,1 Kilometern sogar in Führung. Seine erste olympische Einzelmedaille musste er aber in einem furiosen Schlussspurt sichern. Am Ende lag er 3,9 Sekunden vor dem Russen Wassili Rotschew. "Ich bin auf der Schlussgerade nur noch gewankt. Das war ein Kampf in Trance gegen mich selbst", sagte Angerer.

Groß war die Erleichterung nach den bisherigen Enttäuschungen. "Mir sind viele Steine vom Herzen gefallen. Jetzt ist die Medaille da. Wir können jetzt nach vorne schauen und angreifen", sagte der Weltcup-Führende auch mit Blick auf die Staffel am Sonntag.

Olympiasieger wurde an dem von Schnee, Regen, Nebel und Wind beeinträchtigten siebten Wettkampftag wie vor vier Jahren in Salt Lake City Andrus Veerpalu. Auf dem Silber-Rang landete der Tscheche Lukas Bauer.

Tobias Angerer hat damit die erste olympische Medaille eines Skilangläufers in einem Distanzrennen seit 1976 gewonnen. Im Ziel hatte Angerer 19,9 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Esten. Für Estland war es bereits das dritte Langlauf-Gold in Turin nach den beiden Erfolgen von Landsfrau Kristina Smigun.

Auch der in die Kritik geratene Bundestrainer Jochen Behle konnte aufatmen. "Der Tobi hat sich diese Medaille verdient", sagte er. Auch das positives Abschneiden seiner anderen Athleten stimmte Behle zufrieden. Andreas Schlütter (Oberhof) wurde Siebter. René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) kam auf Rang zwölf. Einzig Franz Göring (Zella-Mehlis) hatte bei seinem Olympia-Debüt als 44. deutlichen Rückstand auf die Spitzenplätze.

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