Buchwald will in Japan Meister werden

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Buchwald will in Japan Meister werden

Für Ex-Weltmeister Guido Buchwald und Co-Trainer Gert Engels wird es ernst. Mit dem Spiel gegen den mehrmaligen japanischen Fußball-Meister Kashima Antlers beginnt für das deutsche Trainer-Duo in Japan die neue J-League-Saison.

dpa TOKIO. Für Ex-Weltmeister Guido Buchwald und Co-Trainer Gert Engels wird es ernst. Mit dem Spiel gegen den mehrmaligen japanischen Fußball-Meister Kashima Antlers beginnt für das deutsche Trainer-Duo in Japan die neue J-League-Saison.

Für Buchwald und seine Urawa Reds gibt es nur eins: Der Meistertitel muss her! "Nach dem Riesenerfolg im ersten Jahr mit der Mannschaft kann ich ja jetzt nicht sagen, dass wir nur oben mitspielen wollen. Für den Verein und mich lautet das offizielle Ziel ganz klar Meisterschaft", betonte der Weltmeister von 1990 mit Blick auf die neue Spielzeit.

Mit seiner erfolgreichen Arbeit im ersten Trainerjahr in seiner Wahlheimat Japan hat der Schwabe nicht nur weiter kräftig an seinem eigenen Denkmal in der fußballverrückten Stadt Urawa vor den Toren Tokios gebaut. Er hat sich damit auch selbst ordentlich unter Druck gesetzt. Denn die Reds-Fans, die ihren "Guido-san" schon als Spieler verehrten, haben ihn in der vergangenen Saison zum Halbgott erklärt. Nun soll er ihnen auch noch den letzten Fußball-Traum erfüllen. Mit dem Japan erfahrenen Rheinländer Engels schmiedete Buchwald zum Erstaunen der Experten in kurzer Zeit aus einer mittelmäßigen Kicker-Truppe ein Top-Team: Die "roten Diamanten" erreichten das Ligapokal-Finale, gewannen die zweite Runde der Meisterschaft, scheiterten dann aber im entscheidenden Endspiel unglücklich im Elfmeterschießen.

"Natürlich ist der Druck von außen groß. Aber ich versuche einfach, gelassen zu bleiben", erklärt Japan-Freund Buchwald seine Philosophie. "Wenn ich mich jetzt auch noch selbst unter Druck setze, mache ich vielleicht den Fehler, Bewährtes anzuzweifeln und die Mannschaft umzukrempeln." Anlass zur Nervosität gäbe es genug: Während die Konkurrenz auf Einkaufs-Tour ging und sich ordentlich verstärkte, verlor der Ex-Weltmeister ganz überraschend eines seiner begabtesten Talente: Mittelfeldspieler Yamase wechselte zu Meister Yokohama. Buchwald: "Das kam aus heiterem Himmel und ist ein großer Verlust für uns. Unsere Hauptkonkurrenten, darunter natürlich auch der Titelverteidiger, haben ordentlich aufgerüstet."

Hinzu kommen Verletzungen von drei Stammspielern. Da auch noch der junge brasilianische Torschützenkönig Emerson verspätet aus seiner Heimat zurückkehrte und ohnehin nicht so recht bei der Sache ist - seine Frau erwartet ihr erstes Kind - verlief die Vorbereitungsphase nicht ganz nach Wunsch. Dennoch ist Buchwald zuversichtlich. Vor allem freut er sich darüber, dass die J-League ihren Meister nun wie andere internationale Ligen auch in einem Durchgang ermittelt. Bisher wurden zwei Runden gespielt, die beiden Sieger trafen dann in zwei Final-Duellen aufeinander. "Für mich war das nie eine Meisterschaft, sondern eher wie ein Pokalwettbewerb. Jetzt gewinnt endlich die Elf den Titel, die die gesamte Saison über die meisten Punkte holt."

Engels glaubt, dass das deutsche Trainer-Duo durch den neuen Modus Vorteile hat. "Wir trainieren systematischer als die meisten unserer Kollegen, vor allem die Japaner. Das fördert die Konstanz, auch im mentalen Bereich." Im vergangenen Jahr zumindest war das so. Hätte man die Punkte aus der ersten und zweiten Runde addiert, wäre Guido Buchwald mit seinen "roten Diamanten" schon 2004 Meister geworden.

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