Bürogolf
Auf Teppich einlochen

Wenn im Winter die Plätze von Eis und Schnee bedeckt sind, schlägt die Stunde der Bürogolfer. Mittlerweile gibt es sogar Meisterschaften. Am Ende der Bahn jedoch wird nicht eingelocht, sondern getroffen - eine Whiskyflasche.

HB LONDON. Vielleicht liegt es tatsächlich an dem Londoner Filzboden, dass der Ball einfach nicht rollen will. "In Deutschland spielen wir auf Teppich. Das ist viel schneller. Da kämen die hier doch gar nicht mit", meint Frank Finkbeiner. Wieder hat der 40-jährige Maklerbetreuer des Gehrling-Konzerns einen Schlag in den Teich gesetzt - ein blaues Filzstück in der Flächenausdehnung einer XL-Pizza.

Blass sieht er aus, der Schwabe, ein bisschen angeschwitzt. "Es ist doch nur ein Spaß", macht er sich Mut. Seinem vier Jahren jüngeren Kollegen, dem Reicheneder Franz, ergeht es noch schlechter. Der Bayer hat bisher fast jede Bahn versemmelt - und das, obwohl er mit Handicap 27 zumindest in freier Natur viel besser Golf spielt als Finkbeiner.

Doch hier, unter den etwa 200 Bürogolfern in der Londoner Royal Lindley Hall, dem Austragungsort der Internationalen Office Putting Challenge, herrschen andere Gesetze: Zwar gewinnt wie im Golf derjenige mit den wenigsten Schlägen. Doch wer Teich, Bunker (gelber Filz) oder das Aus berührt - auch auf halber Strecke - , muss zurück an den Abschlag. Am Ende der Bahn wird nicht eingelocht, sondern getroffen: eine Whiskyflasche.

Denn zum fünften Mal veranstaltet ein schottischer Whisky-Hersteller die Internationalen Meisterschaften. Die Royal Lindley Hall erinnert dabei ein wenig an das Durcheinander von Domino-Day. Überall liegen drei- bis sieben Meter grüne Filzbahnen herum, Stühle und Tische sind als Hindernisse aufgestellt, leere Kartonverpackungen für Flaschen als Markierungen, Sponsoren haben am Rande ihre Golfbälle und-schläger ausgestellt, und an jeder Ecke gibt?s Whisky, gratis.

In nationalen Ausscheidungswettbewerben haben sich 200 Juristen, Banker, Ingenieure, Unternehmensberater und Werber für London qualifiziert - Bürogolfer aus Australien, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Niederlande, Schweden und Südafrika. "Weltweit haben etwa 120 000 Spieler aus 1 500 Unternehmen um den Einzug in die Finalrunden gespielt", erklärt Cyril Mandry. 2006 präsentiert das Handelsblatt den Wettbewerb in Deutschland.

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