Bundestrainer Uwe Krupp
„Unsere Chancen stehen bestenfalls 50:50“

Nach zwei WM-Vorrundenspielen stehen für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zwei Niederlagen zu Buche. 2:3 verlor das DEB-Team gegen Kanada, 1:5 gegen die Slowakei. Dennoch: Mit seinen Leistungen hat sich das Team von Bundestrainer Uwe Krupp viel Respekt erarbeitet. Aber Coach Krupp tritt im Handelsblatt-Interview auf die Euphorie-Bremse.

Handelsblatt: Herr Krupp, obwohl die deutsche Nationalmannschaft bisher überraschend stark aufgetreten ist, gab es die erwarteten Niederlagen gegen die WM-Favoriten Kanada und Slowakei. Überwiegt bei ihnen die Freude über die gute Leistung ihrer Mannschaft oder ärgern sie sich insgeheim, dass sie zweimal den Überraschungssieg verpasst haben?
Uwe Krupp: Um solche Gegner schlagen zu können, muss einfach alles passen. Zusätzlich gibt es einige Faktoren, auf die man hoffen muss. Zum Beispiel: das man als Team unterschätzt wird. Im Spiel gegen die Slowakei dachte ich aber lange Zeit wir wären näher dran an einem Punkt als gegen die Kanadier.

Nach dem Schlussdrittel gegen die Slowaken wirkten einige ihre Spieler demoralisiert. Konnten sie die Mannschaft schon wieder aufrichten?
Die Enttäuschung ist völlig normal. Denn egal ob du gegen Kanada oder Israel spielst: du willst gewinnen. Und wenn man wie wir im Spiel gegen die Slowakei 54 Minuten fast alles richtig macht und nur 1:2 zurück liegt, ist man einfach enttäuscht, wenn es am Ende 1:5 steht. Das ist ganz normal.

Vor allem in der Offensive wirkte ihr Team bisher zu harmlos. Was muss noch besser werden für das Spiel gegen Norwegen?
Du musst dir einfach so viele Torchancen wie möglich erspielen. Das hat meine Mannschaft gemacht und daran arbeite ich als Trainer mit den Spielern. Auf alles andere hat man keinen Einfluss. Denn ob der gegnerische Goalie heute einen guten Tag hat oder seine Abwehr - so etwas kann ich nicht beeinflussen.

Wie sieht es derzeit in ihrem Mannschaftslazarett aus?
Yannic Seidenberg musste leider verletzungsbedingt abreisen (Gehirnerschütterung,Anm. d. Red.). Alexander Sulzer (Bänderdehnung) konnte gegen die Slowakei ohne Probleme spielen. Sein Sprunggelenk wurde getapt. Er wird also auch gegen Norwegen dabei sein.

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