Business-Golf hat seine eigene Etikette
Vorsicht vor Schummlern und Fettnäpfchen!

Business-Golf hat seine eigene Etikette: Eine beiläufige Frage nach dem Handicap, ein unbedachtes Wort zur falschen Zeit, ein gut gemeinter Rat - und schon ist der große Auftrag perdu.

HB DÜSSELDORF. Es gibt sie, die Golfpartner, die schon beim dritten Loch ihre Firmenstory heruntergebetet haben und - rein zufällig - Prospekte und Visitenkarten im Bag dabeihaben. Die Zigarettenkippen aufs Grün schmeißen, das Handy ungeniert dudeln lassen und Pitchmarken nicht ausbessern. Heile Welt Golfplatz? Weit gefehlt. "Die Verhältnisse haben sich verschlechtert. Die Sitten sind rauer geworden - wie im realen Geschäftsleben", sagt auch die Autorin und leidenschaftliche Golferin Brigitte Neff ("Golf- Knigge", "72 Ausreden für Golfer").

Auf dem Course gibt es nicht nur jede Menge Bunker, sondern auch jede Menge Fettnäpfchen. Neff zählt auf: "Sogar gestandene Manager machen den Fehler, ständig schlechte Schläge zu kommentieren beziehungsweise einen schlechten Verlauf mit ,Ich habe schon lange nicht mehr gespielt? oder ?Ich habe einen neuen Pro, der stellt meinen Griff um? zu kommentieren. Das glaubt Ihnen keinen Mensch."

Ebenso unangebracht wie peinliche Ausreden und negative Bemerkungen ist übertriebenes Lob für die Schläge des mitspielenden Geschäftspartners. Klingt alles einleuchtend, dennoch kann ein Business-Golfer wie Jochen Weinhold,der ein Handicap von 12 hat und Chef der VVBI Capital AG in Berlin ist, den Knigge-Regeln wenig abgewinnen. "Eine gute Kinderstube reicht - man braucht die Etikette nicht auswendig zu lernen. Wer an der Norm klebt, beherrscht sie nicht. Ich habe solche Bücher jedenfalls noch nicht gelesen", sagt der Freizeit-Golfer, der je nach Zeitbudget einmal im Monat oder jeden Tag auf dem Golfplatz anzutreffen ist.

Tabufrage Handicap

Apropos Etikette - eine Grundregel sollte man auf jeden Fall verinnerlicht haben: Die Frage nach dem Handicap - normalerweise obligatorisch - ist beim Business-Golf tabu. Die Baden-Badener Etikette- und Kommunikationstrainerin Monika Brett, die auch Seminare zum Thema "Etikette und Business-Golf" (www.arow.biz) veranstaltet:"Normalerweise schlägt zuerst ab,wer das bessere Handicap hat. Im Business aber überlässt man dem Kunden das Vorrecht, auch wenn man weiß, dass er ein schlechteres Handicap hat."

Ordentlich daneben treten auch Golfer, die auf dem Platz ungeniert mit ihren Golfpartnern ins Geschäft kommen wollen. "Wer während des Spiels über Geschäfte redet, taugt als Geschäftsmann und als Golfer nichts", redet Neff Klartext. "In den USA ist es üblich, zwischen dem 5. und 15. Loch zur Sache zu kommen. In Europa erleidet man damit Schiffbruch." Monika Brett ergänzt: "Ernsthafte geschäftliche Gespräche werden erst nach der Runde am 19.Loch geführt." Das heißt: Die vier Stunden auf der Golfrunde können gut genutzt werden, um sich zu beschnuppern und um mehr über den Charakter des potenziellen Geschäftspartners zu erfahren - mehr aber auch nicht.

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