Butterworth gegen Barker
Duell der „Kiwi-Skipper“

Schon vor der 32. Auflage des America's Cup steht fest: Ein neuseeländischer Skipper wird zum vierten Mal nach 1995, 2000 und 2003 die begehrteste Trophäe des internationalen Segelsports gewinnen.

HB VALENCIA. Nach Team New Zealands 5:0-Triumph über die italienische Luna Rossa Challenge wird Skipper Dean Barker mit seiner Crew zum dritten Mal in seiner Karriere im Cup-Match der beiden besten Yachten antreten. Barkers Rivale an Bord des Schweizer Segelteams Alinghi ist Brad Butterworth, ebenfalls Neuseeländer und 14 Jahre älter als "Deano".

"Dean ist sehr konstant, diszipliniert in seinen Manövern", lobt Alinghis Teamchef Grant Simmer, "ich glaube, dass er sehr gut ist und ein harter Gegner sein wird." Ähnlich respektvoll klingt Barkers Urteil: "Wir werden Alinghi nicht unterschätzen. Die SUI 91 hat bereits Acts 13 dominiert und wir können nur annehmen, dass ihre neue SUI 100 noch einen Tick schneller sein wird." Ein verbales Säbelrasseln findet im Vorwege des 32. Cup-Matches nicht statt.

Beide Mannschaften sind bemüht, die hässliche Hetzkampagne gegen Alinghis ehemaligen Skipper und neuseeländischen Segelstar Russell Coutts während der 31. Cup-Auflage vor Auckland vergessen zu lassen. Damals waren Coutts und seine Mitstreiter als Verräter angeprangert worden, weil sie Team New Zealand verlassen hatten und zu Alinghi gewechselt waren. Später trennte sich Coutts im Streit von Alinghi und ist für die aktuelle Cup-Auflage gesperrt. Barker lässt sich schon deshalb auch durch provokante Fragen nicht zu Seitenhieben auf Alinghi verleiten: "Ich weiß, dass die Schweizer gute Schokolade und gute Uhren machen."

Als Maskottchen begleitet Neuseelands liebstes Kinderspiel die "Kiwis": Die "Buzzy Bee" ist das Pendent zur Holzente auf Rädern in deutschen Kinderzimmern und soll für heitere Stimmung sorgen. Dass es in Wirklichkeit nach der 0:5-Schmach gegen Alinghi vor vier Jahren für Team New Zealand um viel mehr als nur einen Sieg geht, wird beim Studium hunderter Fan-Botschaften klar, die am Mittwoch die neuseeländische Tageszeitung New Zealand Herald erreichten. Da heißt es: "Jetzt ist Highnoon für Alinghi angesagt. Der Schweiß wird angesichts der Aussicht auf das Duell gegen Euch Jungs von ihren Augenbrauen tropfen. Ihr habt das Herz und die Geschwindigkeit." In einem anderen Brief steht: "Der America's Cup hat in diesem Universum nur ein Zuhause. Es ist ein Land: Neuseeland!" Und eine Leserin weiß: "Verdammt brillant, großartig Jungs! Aber vergesst nicht, dass ihr nur eine Schlacht und noch nicht den Krieg gewonnen habt." Das damit gemeinte Duell der Giganten, in dem zwei Drittel beider Crewmitglieder aus Neuseeland kommen, beginnt am 23. Juni vor Valencia.

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