Calmund als Botschafter für New York
Promis rühren die Werbetrommel

Ein deutscher als Botschafter für die olympischen Sommerspiele 2012 in New York. Neben Boxlegende Ali wirbt auch Reiner Calmund für die Bewerberstadt aus den USA. Zusammen mit Jan Ullrich erschein er auf einem Waschzettel des New Yorker Bewerbungskomitees.

HB SINGAPUR. Die fünf Elefanten-Bewerber scheuen in der Wahlschlacht vor nichts zurück und geben ihr Letztes. Ganze Hundertschaften von Prominenz sind in den letzten Tagen in den Stadtstaat eingeflogen worden, was dort bei der Presse Entzücken und bei den politisch Verantwortlichen Genugtuung hervorgerufen hat. Die wollen wegkommen von dem Image der Strenge, die den Unsport Kaugummi- Wegwurf unter Strafe stellt, und ihre Vier-Millionen-Gemeinde als vibrierende, kosmopolitische Fun-City dargestellt sehen.

Für London erschien ebenfalls am Montagabend David Beckham, an seiner linken Hand Ehefrau und Ex-Spice Girl Victoria, und gab vor einem beträchtlichen Medienaufgebot gleich den Grund preis: „London ist der einzige Platz, wo die Spiele sein sollten.“ Und Victoria assistierte: „Ich bin sehr aufgeregt, dass London die Spiele gewinnen kann.“ Und auf ging es zu einer Welcome-Party beim britischen Hochkommissar in die Eden Hall. Dort warteten bereits Tony und Cherie, besser bekannt als britischer Premier und Gemahlin.

Bemerkenswerterweise trafen am Flughafen Rodriguez Raul und Arantxa Sanches-Vicario fast gleichzeitig mit den Beckhams ein. Der eine bekannt als Spaniens populärster Fußballer und Mannschaftskamerad bei Real Madrid. Die andere als viermalige Grand- Slam-Siegerin im Tennis und Aushilfs-Dolmetscherin. Der David solle sich mal nicht so dicke tun mit London, ließ Raul mitteilen. Er wisse genau, wie gern sein Kumpel in Madrid lebe. Und im übrigen seien sie in diesem großen Match Rivalen, „und da will ich ihn schlagen“.

New York hat 40 Olympia-Asse eingeflogen, darunter den fünfmaligen Goldmedaillen-Gewinner im Schwimmen, Ian Thorpe. Der Australier war am 11. September 2001 gerade in New York, als das Terror-Unheil über die Metropole hereingebrochen war. Die Stadt sei ihm sehr ans Herz gewachsen, sagt Thorpe. Die Frage, ob er für seinen Auftritt in Singapur entlohnt werde, mag er nicht beantworten. Eindeutiges spricht dazu, ganz staatstragend, der russische Turn-Olympiasieger Alexej Nemow: Er tue das für sein Vaterland. Er wünsche sich im Namen aller russischen Sportler, „dass die Spiele 2012 in Moskau der Welt die Möglichkeit geben, die Augen auf unser neues Russland zu richten“.

Der Ober-Olympier Jacques Rogge beobachtet das Treiben mit Skepsis - und lässt eine eindeutige Werteskala erkennen. Gegen die Anwesenheit der Staatsoberhäupter und Regierungschefs wie Jacques Chirac, Tony Blair, Jose Luis Rodriguez Zapatero und Michail Fradkow hat der Belgier nichts einzuwenden. Und wohl auch nichts gegen Spaniens Königin Sofia und New Yorks Senatorin Hillary Clinton. Die gehören in Rogges Kategorie der erlaubten „Unterstützung durch Bevölkerung, Autoritäten und Sportorganisationen“.

Gern sieht der belgische Chevallier olympische Champions. Aber sonstige Sportstars wie Beckham? „Wenn sie sie bringen, fein.“ Er sei ein nüchterner Mann, er meine nicht, dass der Bewerbungsprozess von „Glitter und Stars“ dominiert werden solle. Und generell: „Die Anwesenheit von Prominenz ist kein entscheidender Faktor.“

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