Chaos und Gewalt beim 0:2 gegen Iran in Pjöngjang
Angriff auf den Schiedsrichter

Vor 100 000 aufgebrachten Fans trauten sich Schiedsrichter und Linienrichter am Ende nicht einmal mehr unter der Tribüne hindurch in die Kabinen. Wütende Zuschauer reckten ihnen im Kim-Il-Sung-Stadion in Pjöngjang brüllend die Fäuste entgegen.

HB/dpa PJÖNGJANG. Unter Beifall flogen Flaschen und Sitzkissen aufs Feld. Verängstigt rannten die iranischen Spieler, die das WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch 2:0 gewonnen hatten, in die Kabinen. Das Spiel hatte vor dem Abbruch gestanden. In einem Land, wo sonst alles organisiert und kontrolliert ist, war das Qualifikationsspiel ein seltener Einblick in die Seele der Menschen in dem streng isolierten Staat. Die Situation eskalierte, als der syrische Schiedsrichter Mohammed Kousa vier Minuten vor Schluss den Nordkoreanern nach einer eher harmlosen Rangelei im Strafraum der Iraner einen Elfmeter versagte. Die unter hohem Druck stehenden und tapfer gegen die iranische Abwehr kämpfenden, aber doch unerfahrenen Nordkoreaner gingen plötzlich auf den Schiedsrichter los, als hätten sie nichts mehr zu verlieren.

Die Mannschaft, die mit null Punkten Gruppenletzter ist, hatte schon bei der Niederlage gegen Bahrain vergangene Woche den Schiedsrichter beschuldigt, nicht fair gewesen zu sein. Gestern nun eskalierte die Situtation. Erst Linienrichter und Verantwortliche des Weltverbands Fifa konnten Schiedsrichter Mohammed Kousa schützen. Als sich die Situation wieder etwas entspannt hatte, schickte der Schiedsrichter nur einen Nordkoreaner vom Platz, obwohl auch andere die Rote Karte verdient gehabt hätten. Alles andere hätte aber möglicherweise zu noch größeren Tumulten geführt.

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