Chirac, Bush und Putin warben für ihre Kandidaten
Die Welt blickt gebannt nach Singapur

Dabei sein ist Alles - das olympische Motto gilt heute keinesfalls für die Kandidatenstädte im Kampf um die Sommerspiele 2012. In einer letzten Präsentation versuchen die Bewerber derzeit das IOC von ihren Qualitäten zu überzeugen. Das Rennen gilt als knapp wie nie.

HB SINGAPUR. Die 117. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) steht vor einer Wahl, die nicht nur den Sport in Atem hält, sondern auch die hohe Politik. Mit den Präsidenten Georg W. Bush, Jacques Cirac und Wladimir Putin haben am Mittwoch in Singapur die höchsten politischen Vertreter der USA, Frankreichs und Russlands um die Spiele 2012 in ihren Ländern geworben. New York, Paris und Moskau konkurrieren mit London und Madrid, die am Mittwoch die jeweils 45-minütigen Präsentation abschließen. Ab 11.45 Uhr MESZ stimmen die IOC-Mitglieder dann ab, IOC-Präsident Jacques Rogge wird die Siegerstadt gegen 13.45 Uhr (MESZ) im Raffles Convention Center und vor über einer Milliarde an den Bildschirmen verkünden.

Fünf Weltmetropolen treten zum Kampf um die fünf Ringe an, in den sie zusammen rund 150 Mill. Dollar investiert haben. Fünf Länder werfen ihr nationales Prestige in die Waagschale. "Dies ist eine Situation, wie es sie noch nie gegeben hat", betont Rogge und erwartet ein „extrem knappes Rennen", dessen Ausgang bis zuletzt als offen gilt. Auch Thomas Bach rechnet mit vier Durchgängen: „Sieger wird, wer die meisten Zweitstimmen der Ausgeschiedenen bekommt."

Alles deutet auf einen Dreikampf zwischen Paris, London und Madrid hin. Keine Chancen werden Moskau gegeben, das schon bei der Vorauswahl 2004 nur knapp vor Leipzig blieb. New Yorks Aussichten sind wenig besser, weil das geplante Olympiazentrum in Manhattan vor vier Wochen scheiterte und nun nach Queens verlegt werden soll.

Für ihren finalen Auftritt haben die Kandidaten noch einmal alles mobilisiert. Spaniens Königin Sofia, Frankreichs Präsident Jacques Chirac, Russlands Regierungschef Michail Fradkow und Amerikas ehemalige First Lady Hillary Clinton führen die Delegationen an. Britanniens Premier Tony Blair muss am Vorabend zum G-8-Gipfel abreisen, traf aber zuvor noch über 20 Wahlmänner, die als „neutral" galten.

Während Chirac die Bewerbungskommission selbst anführte und ummittelbar nach der Präsentation nach Gleneagles zum G8-Gipfel reiste, wandten sich Bush und Putin per Videotape an die IOC-Mitglieder. „Sie können ihr Vertrauen in Frankreich setzen, sie können den Franzosen vertrauen, sie können uns vertrauen“, sagte der französische Staatspräsident. Paris warb mit einem von dem bekannten Regisseur Luc Besson gestalteten Films, der das Bewerbungsmotto „Die Liebe zu den Spielen“ thematisierte.

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