Christian Ude im Interview
„Ein negatives Votum wäre ein schwerer Rückschlag“

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude will die Olympischen Winterspiele 2018 unbedingt in seine Stadt holen. Doch leicht wird das nicht. Im Interview attackiert er die Olympia-Gegner scharf, spricht Ude über Windschatten-Taktik, fehlende Millionen in der Bewerbungskasse und seine Sorgen vor dem Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen - und erklärt, warum er den Vergleich zu Stuttgart 21 für unangemessen hält.
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Frage: Herr Ude, Sie fliegen nach London zu einer der letzten Präsentationen Ihrer Olympia-Bewerbung. Fällt Ihnen vor ausländischen Fachleuten die Überzeugungsarbeit leichter als vor Kritikern in der Heimat?

Christian Ude: Wir spüren im Ausland bei jeder Präsentation eine große Sympathie, viele Gesprächspartner schwärmen regelrecht von München, Bayern und dem Alpenraum. Deutlich schwieriger sind da die Gespräche mit Umweltschützern in Deutschland, die lediglich ein Vorurteil pflegen und die ökologischen Vorteile einfach nicht zur Kenntnis nehmen.

Ihre Kritiker sitzen vor allem in Garmisch und haben erreicht, dass dort am 8. Mai ein Bürgerentscheid über die Beteiligung an der Olympia-Bewerbung abgehalten wird. Könnte dieser Tag das vorzeitige Aus von München 2018 bedeuten?

Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich eine breite Mehrheit für Olympia aussprechen wird. Juristisch gesehen kann die Abstimmung gar nicht das Aus für die Bewerbung bedeuten. Die Verträge sind alle längst unterzeichnet, das kann man nicht einfach wieder zurücknehmen.

Also besteht keine Gefahr?

Ein negatives Votum wäre natürlich ein schwerer Rückschlag. Unsere Mitbewerber könnten dann sagen: Die Olympischen Spiele sind dort ja gar nicht willkommen. Das würde uns ganz schlimm zurückwerfen. Deshalb darf das nicht passieren.

Hat die Diskussion um Stuttgart 21 nicht gezeigt, dass man die Bürger viel früher in ein solches Großprojekt hätte einbinden müssen?

Ich sehe den Vergleich zu Stuttgart 21 überhaupt nicht. Als die Evaluierungskommission des IOC in München zu Gast war, haben die Olympia-Gegner zu einer Demonstration aufgerufen. So ein klägliches Häuflein habe ich auf dem Marienplatz noch nie gesehen. Der geballte Widerstand der Olympiakritiker wirkte wie eine verirrte Schulklasse. Wir wollen neue Wohnungen bauen, die wir dringend brauchen, und zwei neue Hallen, die noch lange genutzt werden können. Ansonsten ist ja vom Olympiapark in München bis zur Skischanze in Garmisch-Partenkirchen schon alles vorhanden. Da von einem Großprojekt zu reden, an dem sich die Bevölkerung reiben müsse, ist wirklich unzutreffend.

Immerhin müsste der Staat für die neue Infrastruktur 1,6 Milliarden Euro ausgeben.

Die Stadt München und ganz Bayern würden aber noch jahrzehntelang von den Olympischen Spielen profitieren. Wir würden nicht nur neue Wohnflächen im Olympischen Dorf bekommen, auch der Ausbau des S-Bahn-Systems würde sich dadurch beschleunigen. Für den Tourismus wäre Olympia jahrelang ein gewaltiger Auftrieb. Das sind auch keine übertriebenen Hoffnungen. Wir in München wissen, wovon wir reden: Wir haben das nach den Sommerspielen 1972 bereits alles selbst erlebt.

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  • Die Großkopferten machen sich keine Gedanken um die Einheimischen - sozusagen.
    Das geht zu wie im Kindergarten, und eine eigene Meinung darf der Normalbürger schon garn icht haben. Tatsächlich mal Berechnungen vorlegen, wer in welcher Weise am Ende von der ganzen Angelegenheit profitiert - bloß nicht. Da könnten ja noch mehr Leute wach werden.

  • Wieder so ein Politiker der den Satz "Wir sind das Volk" nicht verstanden hat. Der Bürgerentscheid am 8. Mai kann keine Veränderung mehr geben, die Verträge sind längst unterschrieben ????? Welch zynische Denke. Mit Stuttgart21 kann man das nicht vergleichen, stimmt, einmal eine Bahn und das andere Mal eine Sportveranstaltung für Milliarden die er nicht hat. Aber im Grunde wieder doch gleich, der blöde Bürger soll die Klappe halten. Hat er den Zug der heranrast noch nicht gehört? Scheint die gleiche Krankkeit zu haben wie Herr Mappus aus Stuttgart. Nichts hören, nichts verstehe und die Mitbürger veräppeln.
    Das nicht gutgehen.

  • Aufgezwungenes Olympia mit Enteignung ? Das weich-Eiige Deutschland das alle liebt und nur spielen will soll im Ausland weiter vermarktet werden.
    Wie sagt man ? Potemkinsche Dörfer zum Vorzeigen der Obrigkeiten.

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