Comeback-Fahrplan steht
Pechstein schuftet und wütet

Seit Monaten schuftet Claudia Pechstein einsam und verbissen für ihr Comeback, jetzt hat sie durch einen frustrierten Rundumschlag ihren Konfrontationskurs fortgesetzt: Genau drei Monate vor ihrer erwarteten Rückkehr auf das Eis lässt die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in ihrer Autobiografie alte "Zickenkriege" mit Rivalinnen wiederaufleben und wettert gegen Richter, Medien und Spitzenfunktionäre wie DOSB-Präsident Bach.
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HB BERLIN. Eisschnellläuferin Claudia Pechstein will in drei Monaten ihr Comeback starten. Sie werde aufs Eis zurückkehren, kündigte die fünffache Olympiasiegerin am Montag bei der Vorstellung ihrer Autobiografie "Von Gold und Blut - Mein Leben zwischen Olymp und Hölle" in Berlin an. Sie trainiere den Umständen entsprechend mit ihrem jahrelangen Trainer Joachim Franke, fügte die 38-Jährige hinzu, die sich aufgrund der psychischen Belastung nach eigenen Angaben in ärztlicher Behandlung befindet.

Trotz ihrer heftigen Kritik an Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert kann sich die 38-Jährige einen gemeinsamen Start mit der Erfurterin in einer Mannschaft vorstellen. "Ich hatte auch mit Anni Friesinger Probleme, und trotzdem sind wir gemeinsam im Team Olympiasieger geworden. Wir sind schließlich Profis", sagte Pechstein. In ihrem Buch wirft die Berlinerin der derzeit erfolgreichsten deutschen Langstrecklerin Beckert fehlenden Respekt vor - und attackiert auch Ex-Kolleginnen Gunda Niemann-Stirnemann, Franziska Schenk und Anni Friesinger-Postma. DOSB-Präsident Thomas Bach wirft sie vor: "Er hätte sich auf jeden Fall nicht so zurückzulehnen zu brauchen und so tun müssen, als ob ihn das alles nichts angehen würde. Er hat nie die richtigen Worte gefunden, und ich denke, er hätte in der Position, die er auch im CAS bekleidet, mehr Einfluss nehmen können", sagte Pechstein.

Pechstein will sich nach Ablauf ihrer Zwei-Jahres-Sperre wegen erhöhter Blutwerte am 8. Februar 2011 bei ihrem Comeback vor allem auf die Einzelstrecken konzentrieren. Ihren ersten Start plant sie beim Weltcup in Salt Lake City vom 18. bis 20. Februar 2011. "Vorher werde ich mich natürlich Leistungstests unterziehen müssen. Ganz ausschließen will ich auch die Mehrkampf-WM eine Woche vorher nicht", meinte Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin. "Ob die Leistungen noch einmal für Medaillen reichen, muss man sehen, ich weiß nicht, wo ich derzeit stehe", sagte sie. Ihr größter Erfolg sei es, auf das Eisoval zurückzukehren.

Allerdings bekam auch Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel, der für ihre Nominierung mitverantwortlich wäre, sein Fett weg. Pechstein monierte, dass Gneupel den Wechsel eines Wunsch-Trainingspartners von Erfurt nach Berlin verhindert hatte. "Gneupel hat sich nicht fair verhalten und sollte zu seinen Fehlern stehen", schimpfte sie. Der Gescholtene hatte nichts anderes erwartet. "Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber der damalige Streit war typisch für Pechstein. Deshalb traue ich ihr alles zu. Sie soll sich um ihren eigenen Kram kümmern", hatte Gneupel schon in der Vorwoche erklärt.

Und der nächste Zwist scheint programmiert. Cheftrainer Markus Eicher hat eine finanzielle Unterstützung von Pechstein davon abhängig gemacht, dass sie sich wie alle anderen Athleten ins neue Trainings-System der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) einpasst. "Wie ich nach meiner Sperre trainiere, wird sich zeigen.

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