Cup-Thriller
Neuseeland schlägt im flauen Wind zurück

Zum ersten Mal seit 1992 wird das America?s Cup Finale nicht 5:0 enden - Die NZL 92 nutzte die Schwächen Alinghis zum 1:1 aus.

VALENCIA. Man habe die "Schokoladenseite" gezeigt, hatte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann nach dem ersten Sieg des America´s Cup-Titelverteidigers im ersten Final-Duell gegen Neuseeland noch erklärt. "Im zweiten Rennen bekommen wir andere Winde, dann müssen wir vorsichtig sein und neu Maß nehmen", warnte Schümann. Das Finale sei noch nicht gewonnen.

Schümanns Befürchtung wurde gestern zur Gewissheit. Tatsächlich gab es beim zweiten Aufeinandertreffen der Erzrivalen weniger Wind als am Samstag, was nach Einschätzung vieler Experten einen Vorteil für die Neuseeländer bedeutete. Deren Boot ist mit seinem spitzeren, schmalen Rumpf eher für seichte Winde ausgelegt, während das rundere Alinghi-Boot für Winde ab zwölf Knoten gebaut wurde. Und tatsächlich nutzten die Neuseeländer diesen Vorteil und holten sich den ersten Sieg und damit den Ausgleich im Duell des America´s Cup-Finales. Am Ende segelten die Neuseeländer mit einem Vorsprung von 28 Sekunden über die Ziellinie. Nach dem überlegenen Schweizer Sieg am Samstag (35 Sekunden Vorsprung) und einer souveränen Leistungsschau des Teams hatten viele schon mit einem klaren 5:0-Durchlauf gerechnet.

"Die Kiwis waren in der Herausfordererserie eher auf Leichtwind ausgerichtet, bevor sie sich mit dem Wechsel ihrer Kielbombe etwas in unsere Richtung bewegt haben", sagte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann. Im Match gegen die Schweizer setzt Team New Zealand auf seine "Buzzy Bee", eine lange, zigarrenförmige Kielbombe, die rot-gelb-blau-lackiert ist. Schümann, der das kampfbetonte Match seiner Mannschaft am Fernsehschirm verfolgt hatte, sparte nicht mit Kritik am eigenen Team: "Das war unerwartet und hätte nicht passieren dürfen. Dass wir Fehler gemacht haben, ist offensichtlich, sonst wären die Neuseeländer erst gar nicht vorbeigekommen. Die gute Nachricht aber ist die Erkenntnis, dass wir sicher kein Geschwindigkeitsproblem haben."

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