Däne Holm outet sich ebenfalls
Auch Zabel und Aldag gestehen Doping

Der deutsche Radsport versinkt immer tiefer im Doping-Sumpf: Nach Bert Dietz, Christian Henn und Udo Bölts haben auch die früheren Telekom-Radprofis Rolf Aldag, Erik Zabel und der Däne Brian Holm gestanden, in der Vergangenheit gedopt zu haben. Doch die Telekom-Tochter T-Mobile mag weder vom Radsport-Sponsoring lassen noch von ihrem Teamchef Aldag.

HB BONN. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Bonn gab der 36-jährige Zabel unter Tränen zu, vor und in der ersten Woche der Tour de France 1996 mit Epo gedopt zu haben. „Ich habe gedopt, weil es ging“, sagte Zabel, „das war ein Test, das war einmalig.“ Wegen der Nebenwirkungen habe er aber dann darauf verzichtet.

Zabel, der nach seinem Abschied vom Bonner Rennstall für das Team Milram fährt, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Mit den Verantwortlichen seines jetzigen Teams Milram, die er kurzfristig vor der heutigen Telekom-Pressekonferenz von seinem Geständnis informiert hatte, wird er in den nächsten Tagen ein Gespräch führen, dessen Ergebnis in der kommenden Woche bekannt gegeben werden soll. „Ich bin bereit, Konsequenzen zu tragen“, sagte der gebürtige Berliner. Wie Aldag entschuldigte sich Zabel, der jahrelang an der Seite von Jan Ullrich für den T-Mobile-Vorgänger Team Telekom gefahren war, öffentlich für seine Verfehlungen.

Zabel muss nach seinem Doping-Geständnis jedenfalls keine Sperre fürchten. Doping-Vergehen aktiver Sportler werden nach dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nur acht Jahre lang rückwirkend bestraft. Auch für die anderen geständigen früheren Fahrer des Teams Telekom wird es keine Sperren mehr geben. Nach Regel 17 des WADA-Codes können nicht mehr aktive Athleten nur fünf Jahre rückwirkend bestraft werden.

Aldag räumte ein, er habe im Gegensatz zu Zabel über mehrere Jahre immer wieder unerlaubte Substanzen verwendet. „Ich habe im Vorfeld der Tour de France 1995 mit Epo-Doping begonnen.“ Aldag entschuldigte sich auch dafür, dass er jahrelang gelogen habe. „Das war sicher das Schwerste überhaupt, was ich je getan habe und sicherlich genauso falsch wie Doping“, sagte Aldag. Der Ex-Profi hat nach eigener Aussage seinen Rücktritt angeboten, soll aber weiter im Amt bleiben.

Als sechster ehemaliger Telekom-Fahrer outete sich der Däne Brian Holm als Doping-Sünder. Er habe 1996 zwei Mal mit EPO gedopt, sagte Holm der Internet-Ausgabe der dänischen Zeitung „Politiken Newspaper“ am Donnerstag. Holm ist derzeit Sportlicher Leiter beim Team-Telekom-Nachfolger T-Mobile.

Ungeachtet der Geständnisse wird die Deutsche Telekom nicht aus dem Radsport-Sponsoring aussteigen. „Wir bleiben drin“, sagte Konzernsprecher Philipp Schindera am Donnerstag. In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Vermutungen über einen bevorstehen Ausstieg des Sponsoring gegeben.

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