Dahlmeier im Biathlon: Erst Gold und Rekord, dann Schwächeanfall

Dahlmeier im Biathlon
Erst Gold und Rekord, dann Schwächeanfall

In unnachahmlicher Art hat Laura Dahlmeier im Biathlon einen erstaunlichen Rekord eingestellt. Saisonübergreifend hat sie ihre neunte WM-Medaille in Serie gewonnen, nach fünf Medaillen in Oslo. Auf der Spur von Neuner.
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HochfilzenDrei Stunden nach ihrem Schwächeanfall bei der Biathlon-WM war Laura Dahlmeier schon wieder zum Feiern zumute. Gut gelaunt sprang die Einzel-Weltmeisterin bei der Siegerehrung ganz oben auf das Podest und ließ nach der Hymne die Sektkorken knallen.

„Jetzt geht es mir wieder besser und ich bin froh, dass ich mit euch feiern kann”, sagte der nun fünfmalige WM-Champion zu den hunderten jubelnden Fans auf der Medal Plaza in Hochfilzen.

Zuvor war Dahlmeier in der Winterhitze von Tirol nach ihrem Sturmlauf zum WM-Titel zusammengeklappt. Die junge Biathlon-Heldin musste im Stadion erst einmal medizinisch versorgt werden, ehe sie mit Verspätung, aber glückstrahlend ihr Gold-Triple feiern durfte. „Ich hatte Probleme mit dem Blutdruck. Es schaut schlimmer aus, als es ist. Ich kann es noch gar nicht glauben, dreimal Gold gewonnen zu haben”, sagte Dahlmeier.

Nach ihrem triumphalen Zieleinlauf hatte sie noch freudestrahlend ins Publikum gewunken und mit drei Fingern angezeigt: Das war mein dritter Titel! Doch beim Umziehen wurde ihr schlecht, der Kreislauf machte schlapp. In der schmucklos zusammengezimmerten Leader's Lounge musste sie sich auf der schwarzen Ledercouch hinlegen.

Als die zweitplatzierte Tschechin Gabriela Koukalova und Italiens Bronze-Gewinnerin Alexia Runggaldier schon die Pressekonferenz verlassen hatten, kam Dahlmeier und stellte sich. Wenn auch etwas blass um die Nase. „Ich bin noch nicht ganz fit, aber es geht mir wieder einigermaßen”, sagte Dahlmeier.

Es sei ein Rennen gewesen „wie im Sommer, so richtig heiß. Dabei bin ich doch Wintersportlerin. Ich war richtig kaputt”, sagte die völlig geschaffte Dahlmeier, nachdem sie im Einzelrennen bei elf Grad plus die ebenfalls mit einem Fehler belastete Koukalova um 24,7 Sekunden auf Rang zwei verwies. In die Top Ten schafften es auch Maren Hammerschmidt und Vanessa Hinz als Siebte und Achte - gute Voraussetzungen für die Damen-Staffel am Freitag.

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„Mit den Waffen einer Frau”

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